Aus dem Amerikanischen von Henning Ahrens. Ryan Bingham, 35 Jahre alt, Motivationstrainer und Sehrvielflieger, sammelt Meilen. Und er hat ein Ziel dicht vor Augen: Innerhalb der nächsten Woche wird er die Eine-Million-Meilen-Grenze erreichen und so zum König der Meilensammler werden. Sicher, Ryan ist besessen. Er mietet kein Auto und bucht kein Hotelzimmer, ohne dass seinem Meilenkonto die höchstmögliche Anzahl an Bonusmeilen gutgeschrieben wird. Dass er viel fliegt, bringt sein Job als Motivationstrainer so mit sich. Er wird von Firmen engagiert, um wegrationalisierten Angestellten die positive Seite ihrer Freistellung zu erklären. Ryan würde gerne in die Marktforschung wechseln, denn er hat das Nomadentum gründlich satt, und seine Stellung entwickelt sich zunehmend zum Schleudersitz. Doch bevor er kündigt, will er den Meilenrekord brechen ...
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 25.03.2003
Mr. Bingham ist der König der Bonusmeilen. Er jettet als Motivationstrainer um die Welt, und während er immer mehr Meilen hinterher jagt, kommt sein Körper schon längst nicht mehr mit. Als gnadenlose Satire auf die globalisierte Geschäftswelt und das moderne Nomadentum im Flugzeug preist Udo Taubnitz den dritten Roman Walter Kirns, der Taubnitz das Gefühl vermittelt, wir vermeintlich freien Bürger seien eigentlich bloß Marketing-Marionetten. Denn das Leben des modernen Menschen hängt bedenklich von der Technik ab: wehe die Espressomaschine am Flugsteig funktioniert nicht, unkt Taubnitz. Kirn lasse seinen satirischen Roman, der überwiegend im Flugzeug beziehungsweise auf Flughäfen spielt, wie Taubnitz andeutet, sich zum Thriller entwickeln: mit Identitätsräubern, geklauten Kreditkarten und verpassten Flügen. Die aufgebaute Spannung verpufft leider zum Ende hin, meint Taubnitz - amüsiert hat er sich dennoch.
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