Perlentaucher - Das Kulturmagazin

Anmelden | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 20.03.2010, 13.13 Uhr

Bücher der Saison

Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Tivadar Soros

Maskerade

Die Memoiren eines Überlebenskünstlers

Cover: Maskerade

Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), Stuttgart - München 2003
ISBN-10 3421054967
ISBN-13 9783421054968
Gebunden, 317 Seiten, 24,90 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Mit einem Vorwort von Paul und George Soros und einem Nachwort von Humphrey Tonkin. Aus dem Englischen von Holger Fliessbach. Die fesselnden Erinnerungen des jüdischen Anwalts Tivadar Soros an die Zeit der deutschen Besetzung Ungarns vom März 1944 bis zum Januar 1945.

Möchten Sie dieses Buch kommentieren?

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.02.2004

Ulrich M. Schmid meint, dass es sehr selten und besonders "aufschlussreich" ist, wenn ein Vater aus dem Schatten seines berühmten Sohnes heraustritt, wie im Fall des ungarischen Rechtsanwalts Tivadar Soros, dessen Memoiren 1965 auf Esperanto erschienen und jetzt auf Deutsch vorliegen. Der Sohn, George Soros ist als Geschäftsmann in Amerika im Immobilien- und Finanzbereich zu ungeheurem Reichtum gelangt und hat im weiteren Verlauf diesen Reichtum genutzt, um zahlreiche wissenschaftliche und kulturelle Projekte in Osteuropa zu finanzieren, teilt der Rezensent mit. Woher das Bedürfnis rührt, seinen Reichtum für gemeinnützige Zwecke zu nutzen, lassen diese Lebenserinnerungen des Vaters erahnen, lobt Schmid, der die "außergewöhnliche Statur" und das "mutige und selbstlose Verhalten" des Autors hervorhebt, der nur unter falschen Identitäten und in wechselnden Verstecken die Nazibesetzung in Ungarn überlebte.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 14.03.2003

"Sehr lesenswert" findet Rezensent Arpad von Klimo die Erinnerungen Tivadar Soros' an sein gefährliches Leben als Jude im besetzten Budapest. Der Vater des Finanzmanagers George Soros schildere in seinem erstmals 1965 in den USA erschienen Werk eindrucksvoll, wie eine Reihe von instinktiv richtigen Entscheidungen und die bewusste Umkehrung der Logik des Holocausts durch perfekte "Maskerade" ihn und seine Familie vor dem Tod bewahrten, fasst Klimo zusammen und sieht diese Perspektive durch ein Vorwort von Soros' Söhnen George und Paul und ein ausführliches Nachwort des Übersetzers Humphrey Tonkin abgerundet. Weniger glücklich ist Klimo allerdings mit der äußeren Form des Textes. Soros schrieb sein Buch in Esperanto, doch der deutschen Version liegt die englische Übersetzung zugrunde, erklärt der Rezensent. Dadurch sei es zu einigen sprachlichen Ungenauigkeiten und Stilblüten gekommen, die für den Rezensenten den Wert des Buches in seiner Gesamtheit allerdings nicht schmälern.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Bücher von Lesern empfohlen

Buch: Das andere Ende der LeinePatricia B. McConnell: Das andere Ende der Leine
Aus dem Englischen von Gisela Rau. Dies ist eigentlich kein Buch über Hundeerziehung, sondern eines über ...

Buch: Sozialistische GesetzlichkeitMichael Stolleis: Sozialistische Gesetzlichkeit
Dieses Buch bietet eine erste Gesamtdarstellung der Staats-, Verwaltungs- und Völkerrechtslehre in der DDR. ...

Archiv: Bücherschauen

Vexierspielkünstler

20.03.2010: Die FAZ hat Denis Johnsons Thriller "Keine Bewegung!" gelesen und freut sich über das Gespür des Autors für kriminelle Loser. Die FR folgt der zehnjährigen Dora durch Jacques Roubauds Abenteuer und Geheimnis verheißenden "Verwilderten Park". Sehr anregend findet die NZZ Eric Hobsbawms Buch über "Globalisierung, Demokratie und Terrorismus". Die taz spürt einen Hauch von Erlösung in Don DeLillos Roman "Der Omega-Punkt". Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Francois Walter: Katastrophen

15.03.2010: Für die Natur gibt es keine Katastrophen, nur für die Menschheit. Der Schweizer Historiker Francois Walter hat eine Kulturgeschichte ihrer Bewältigung geschrieben und der Sinnsuche des Menschen: Strafe Gottes, Prüfung der Gottesfürchtigen sowie Ansporn zu neuen technischen Entwicklungen. Hier eine Leseprobe aus "Katastrophen". Mehr lesen

Betina Gonzalez: Nach allen Regeln der Kunst

11.03.2010: Im Erstlingsroman der Argentinierin Betina Gonzalez begibt sich eine Tochter auf die Suche nach den Spuren ihres Vaters, eines mittelmäßigen Bildhauers, und nimmt Kontakt mit seinen Geliebten auf. Hier eine Leseprobe aus "Nach allen Regeln der Kunst". Mehr lesen

Necla Kelek: Himmelsreise

08.03.2010: Passend zum 8. März: Necla Kelek kämpft in ihrem neuen Buch für eine aufgeklärte Lesart des Koran, informiert über Entstehung und Hintergründe und stellt fest: Auf den Koran kann sich nicht berufen, wer für Kopftuch und fünf Pflichtgebete am Tag plädiert. Lesen Sie hier ein Kapitel aus "Himmelsreise". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren