Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 10.02.2012, 17.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Hans Boesch

Schweben

Roman

Cover: Schweben

Nagel und Kimche Verlag, Zürich 2003
ISBN-10 3312003164
ISBN-13 9783312003167
Gebunden, 140 Seiten, 16,90 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Im Anschluss an die Romanfolge "Simon Mittler" zeigt Schweben Figuren an bekanntem Ort, aber eine völlig neue Sprache: in einem schwerelosen, kunstvollen Erzählstil treffen in dieser Geschichte zwei sehr unterschiedliche Menschen aufeinander und schließen eine seltsame Freundschaft.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.08.2003

Eindeutig zu viel der heilen Welt findet sich für Hannelore Schlaffers Geschmack in Hans Boeschs "Schweben". Die Natur benennt Schlaffer als "eigentliche Heldin" der Erzählung, in der eine junge Frau just in dem Moment erfährt, dass sie schwanger ist, als auch ihr Geliebter und Vater ihres Kindes aus Amerika zurückkehrt. Schlaffer geht es ganz schön auf die Nerven, wie Boesch, der mit seiner Neuauflage des Heimatromans inzwischen schon einige Preise gewonnen habe, mit seiner Naturverbundenheit "groß tut". Für sie liest sich die Erzählung wie eine "Rucksacklektüre für Bergtouristen". Stilistisch knüpft Boesch nach Einschätzung Schlaffers an Stifter an, dessen "eindringliche Sprödigkeit" er durch die Aneinanderreihung von Hilfsverben zu erreichen suche. "Stil wird zur Manier", resümiert die Rezensentin, "und noch in sie schleicht sich oft genug der Slang unsrer Zeit ein."

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 19.03.2003

Wie der Titel vermuten lässt, kommt auch der Roman daher: ruhig, unbeschwert, gelassen. Das berichtet ein beeindruckter Martin Zingg. Ihm gefällt die sinnierende Ruhe des Protagonisten Simon Mettler, den der Autor hier nach seiner Karriere in der gleichnamigen Trilogie noch einmal, abgeklärt und alt geworden, auftreten lässt. Der Maler betrachtet jeden Tag den gleichen Felsen und wird dabei von "archaischen Bildern" aus seiner Vergangenheit eingeholt, von der Erinnerung an Trennung und Verluste. Das Engadiner Gebirge bildet den Hintergrund für einen Roman, der mit großer "Beiläufigkeit und Leichtigkeit" von Landschaft und Menschen erzähle. Zingg schätzt die "atmosphärische, rhapsodische" Sprache, die in ihrer Syntax "all die Unruhe aufnimmt, von der sie erzählt". Dieses Buch lädt zum Schauen ein, findet der Rezensent und will das als Kompliment verstanden wissen für diesen "ungewöhnlichen und eindrücklichen" Roman.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.02.2003

Beatrice Eichmann-Leutenegger ist hingerissen von diesem Kurzroman. Es geschehe zwar wenig, meint die Rezensentin, doch würden "Naturphänomene" auf eine "seltene Weise" beschrieben, die dann geradezu "orchestrale Wirkung" entfalteten. Dagegen gibt es auch Textpassagen, die einen eher kontemplativen Blick auf die Natur werfen, ganz dem "Schauen" verpflichtet sind, charakterisiert Eichmann-Leutenegger, die dadurch "neue Qualitäten" von Raum und Zeit entstehen sieht. Gleichwohl hat sie in dem Buch auch eine "groß sozialkritische Klage" gegen die frühere sexuelle Ausbeutung junger Frauen gefunden, die eine Vorfahrin der Protagonistin anstimmt. Die Rezensentin trägt ihre Besprechung in einem hohen, geradezu emphatischen Ton vor und zeigt sich durch den Roman regelrecht in Bann geschlagen. Während sich einiges zu den "leidenschaftlichen" Beobachtungen Boeschs hinzudenken lasse, so die Rezensentin begeistert, kann man sich auch genauso gut dem "Schweben" des Textes anheim geben und einfach nur "Schauen".

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Golden german tor lass uns ein als große fisch

10.02.2012: Die SZ ermittelt mit Martin Amis' Roman "Die schwangere Witwe" jenen Nullpunkt, an dem sich Sex und Liebe trennten. Die FAZ geht mit Didier Decoin der Frage nach, warum 38 Menschen der um ihr Leben kämpfenden Kitty Genovese nicht halfen. Die FR feiert den "famose Falschmünzer" Juri Andruchowytsch und seinen Roman "Perversion". Begeistert ist sie auch von Michael Ondaatjes Roman "Katzentisch". Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren