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Peter Nadas
Der eigene Tod
Klappentext
Aus dem Ungarischen von Heinrich Eisterer. Mit 150 Fotografien von Peter Nadas. Nadas schildert, wie ihn auf offener Straße ein Herzinfarkt in den Griff nahm und über den schmalen Grat führte, hinter dem der Tod beginnt. Nach dreieinhalb Sekunden ins Leben zurückgeholt, schildert der Dichter minutiös die Wahnehmungen eines Grenzgängers, den Schmerz wie die kuriösen Begebenheiten am Rand - eine Erzählung von Ungeheuerlichem und zugleich Alltäglichem.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 22.02.2003
Thomas Fitzel ist begeistert von Nadas´ Protokoll, Reflexion und literarischen Bearbeitung einer enttäuschenden Nahtoderfahrung. Enttäuschend insofern, als Nadas nach erlittenem Herzinfarkt zwar eine typische Nahtoderfahrung machte - deren Beschreibung sich zunächst, Fitzel zufolge, zwar nicht von der anderer Überlebender und Mystiker unterscheidet - dann aber lakonisch feststellen muss, dass Gott "leider nicht zu entdecken" war. Entsprechend unvollkommen bleibe notwendigerweise Nadas´ Bericht vom erlebten, eigenen Tod. Aber "welch vollkommene Form fand er dafür!", schwärmt Fitzel. Der Rezensent lobt vor allem die Metaphern und den erzählerischen Rahmen, die Nadas für den erlebten, aber ausgebliebenen Tod sowie für die anschließende "Wiederbeseelung" gefunden habe.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.11.2002
Der Herzinfarkt muss ein Ganzheits- oder Urerlebnis für den Autor gewesen sein, eine Art religiöser Erfahrung, nimmt Thomas Steinfeld an. Konsequent spreche Nádas nur für sich allein, scheue sich vor jeder Verallgemeinerung, wenn es darum geht, diese Erfahrung zu beschreiben, sprachlich zu erfassen. Aber so viel wird ohnehin nicht geredet in diesem Buch über den eigenen Tod, es sei vielmehr ein Bilderbuch, so Steinfeld, ein Journal, in dem hin und wieder ein paar Sätze neben einem Foto stünden. Der Bericht wird von der Beobachtung getragen, Steinfeld vergleicht es mit Sören Kierkegaards "Versuch in der experimentierenden Psychologie". Die notierten Sätze seien von großer philosophischer Ernsthaftigkeit, lobt der Rezensent, begleitet von Fotografien, die den immer gleichen Baum zeigen - zu den verschiedensten Tages- und Jahreszeiten. Das Mittel der Wiederholung gehört für Steinfeld zur programmatischen Aussage des Buches: das Experiment des Sterbens war unfreiwillig, erläutert er, die Wiederholung stehe für einen Reifungsprozess.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.10.2002
"Der Tod ist nicht beschreibbar", behauptet Rezensent Martin Meyer, und doch habe Peter Nadas seinen "unheimlichen Vorlauf" beschrieben: Wie sehr die Welt gleichzeitig "eng" und "weit" wird, wie das Sterben als Geheimnis gehütet wird, wie man sich des Sterbens schämt. All dies schildere Nadas, der nur knapp einen Herzinfarkt überlebte, mit "großartiger Lakonik", lobt Meyer. Auch der zweite im Krankenhaus angesiedelte Teil wende sich leise zum "Grotesken", wenn der Sterbende von den anderen am Sterben daran gehindert wird. Im Schwellenland zwischen Diesseits und Jenseits nehme Nadas das "Andere" ins sich wahr, anstelle des "begrifflichen Denkens" trete ein "kosmisches Urgefühl". Auch für die Form des Buches, lobt Meyer, hat Nadas eine "virtuose Lösung" gefunden: auf jeder linken Seite befindet sich ein Foto von Nadas' eigenem Birnbaum, wie er sich im Laufe der Zeit verändert, und rechts läuft der Text, oft nur wenige Sätze, "als wäre er die Paraphrase der Endlichkeit auf die Ewigkeiten des Lebens".
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