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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Haruki Murakami

Sputnik Sweetheart

Roman

Cover: Sputnik Sweetheart

DuMont Verlag, Köln 2002
ISBN-10 3832156968
ISBN-13 9783832156961
Gebunden, 234 Seiten, 19,90 EUR

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Klappentext

Aus dem Japanischen von Ursula Gräfe.Cooler Realismus und Fantastik verbinden sich in der Geschichte von Sumire und Miu. Die eine ist eine junge weltfremdromantische Möchtegernautorin, die andere eine siebzehn Jahre ältere erfolgreiche Geschäftsfrau. Unempfänglich ist Miu für das Begehren der jungen Frau, von der sie "süßer Sputnik" genannt wird. Auf einer Reise durch Frankreich und Italien bis auf eine kleine griechische Insel verschwindet sie plötzlich - alle Spuren ihres Schicksals verlieren sich. Ein junger Lehrer, der diebetörende Sumire liebt, findet Aufzeichnungen bizarrer Vorfälle und Geschichten in Geschichten, die auch ein Geheimnis von Miu in der Schweiz aufdecken.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.12.2002

Im großen und ganzen hat Haruki Murakamis "geschickt konstruierter" Roman "Sputnik Sweetheart" Rezensent Henning Ahrens recht gut gefallen. Allerdings ist er sich nicht ganz sicher, ob das Schlechte an seinem Roman, dass der Autor seinem Leser nämlich ab und zu erkläre, was Sache sei, nicht vielleicht doch das Gute daran ist. Im Zentrum steht jedenfalls eine Art Dreiecksgeschichte - "wenn auch eine, deren Protagonisten einander umkreisen, ohne sich wirklich zu berühren", erklärt Ahrens spezifizierend. Der Roman lebt seines Erachtens von den Widersprüchen zwischen Traum und Realität, Sehnsucht und Frustration, Schein und Sein, die Murakamis Protagonisten auszuhalten haben. Und von Murakamis Bemühen, existentielle Fragen anzugehen. Daran findet Ahrens nichts schlechtes. Er hätte sich jedoch gewünscht, dass Murakami diese Fragen etwas weniger offenherzig formuliert hätte.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 28.11.2002

In diesem Roman zeigt sich der japanische Autor, der für seine "strapaziösen Sexszenen" bekannt ist, in "markanter Züchtigkeit", stellt Franz Haas fest. Er ist von dem Buch, in dem ein männlicher Ich-Erzähler über die unerwiderte Liebe der jungen Sumire zur Managerin und Weinkennerin Miu berichtet, allerdings enttäuscht, und das aus mehreren Gründen. Stellt er zunächst noch erleichtert fest, dass Murakami seinen europäischen Lesern japanische Klischees erspare, muss er dann bemerken, dass der Autor diese bei den Passagen, die in Europa spielen, "unverschämt" aufträgt. Genauso "penetrant" findet er das Spiel mit "Versatzstücken" aus der europäischen Literatur, wie dem Auftauchen einer rätselhaften Doppelgängerin Mius. Das ständige "Namedropping" über klassische Musik und ihre Interpreten, das die beiden Protagonistinnen praktizieren, ärgert ihn genauso wie das permanente Erwähnen von Modenamen, die diesen Roman in eine Reihe mit der "hiesigen Popkultur" stellt. Insgesamt stört Haas an diesem Roman die "hohltönende Weltläufigkeit" und er hätte sich mehr Passagen aus dem japanischen Alltag gewünscht. Und so gerät er auch nur bei einer einzigen in Japan spielenden Szene ins Schwärmen, in der der Ich-Erzähler über seine Geliebte erzählt. Dieses Kapitel lobt er in seiner "beklemmenden Verlorenheit" als "überzeugend".

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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 16.10.2002

Die wenigen Figuren, mit denen Murakami in seinen Romanen auskommt, möchte Susanne Messmer am liebsten retten, wenn sie "in diese typischen Ausnahmesituationen geraten". In dem vor drei Jahren in Japan erschienenen Roman gibt es Messmer zufolge wieder eine dieser Liebesgeschichten, die "auf einmal entgleitet und auf unheimliche Art haften bleibt". Die Begeisterung in ihrer kurzen Besprechung fällt allerdings insgesamt etwas nüchtern aus. Man muss sich halt, so die Rezensentin, mit der Welt abfinden, in die Murakami seine Helden wandern lässt.

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 02.10.2002

Ein typischer Murakami, befindet Ulrich Baron: Der japanische Autor schaffe es auch in diesem Roman, eine realistische Welt, das moderne Japan, mit Elementen des Kriminalromans, von Science Fiction und Fantasy zu verbinden und eine "quasimythische Welt" zu entwerfen, in der Symbole und Metaphern tatsächlich Gestalt annehmen, Ängste und Schatten der Vergangenheit die Zukunft verdunkeln und "aus einem Songtitel ein ganzer Roman hervorwachsen" kann, wie Baron schreibt. In dieser Welt tummeln sich kindliche Helden, die seltsame Liebesgeschichten erleben, Doppelgängern begegnen und dem eigenen fremden Spiegelbild hinterher jagen. Ziemlich verrätselt scheint die Story von "Sputnik Sweetheart" zu sein, die Baron andeutet: Die Freundin eines jungen Mannes verschwindet, worüber eine ganz andere Liebesgeschichte zwischen ihr und einer anderen Frau zum Vorschein kommt. Am Ende jedenfalls befinden sich die Protagonisten dieses Romans dort, wo sich nach Baron die Protagonisten Murakamis immer befinden: wieder am Anfang - als könnten sie nie wirklich erwachsen werden, sagt er mit viel Sympathie.

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