Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Deutsch von Hans-Michael Bock. Mit einem Vorwort von Billy Bragg und einem Nachwort von Michael Kleff. Mit beigelegter CD: "Billy Bragg singt Woody Guthrie." Als 18jähriger begann Woody Guthrie das Leben eines Hobos. Wie Tausende Amerikaner durchreiste er im Güterwagen den Kontinent, sang seine Lieder in Kneipen, auf Straßen und in den Camps der Wanderarbeiter. Seine Erlebnisse als Gelegenheitsarbeiter und Straßensänger lieferten den Stoff für seine Lieder...
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 18.10.2001
Dafür dass Woody Guthrie nicht nur Musik gemacht, sondern bereits mit 31 "eine literarisch durchaus bedeutende Autobiographie" vorgelegt hat, wie Frank Schäfer uns aufklärt, liegt der Beweis 25 Jahre nach der deutschen Erstausgabe "in der alten, lange vergriffenen Übersetzung von Hans-Michael Bock" nun wieder vor. Schon, eine Überarbeitung der alten Version, findet Bock, hätte dem Text gut getan, allerdings erzielt das Buch mit seinem "Freiheits-Pathos und dem auf Spontaneität und Unmittelbarkeit setzenden umgangssprachlichen Stil," der dem Rezensenten wie eine Mischung aus Kerouac und Steinbeck vorkommt, auch so noch immer seine Wirkung: "Ganz subjektiv und unprätentiös, scheinbar kunstlos lässt Guthrie seine Biographie Revue passieren," staunt Bock, "aber was dabei entsteht, ist nicht weniger als ein Sittenbild der Unterschichten in den zwanziger und dreißiger Jahren." Gekrönt überdies durch den "Blick für die kleine, zumeist herbe Poesie des Alltags."
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 12.04.2001
Woody Guthries bekanntester Song, "This Land is My Land", ist so etwas wie eine inoffizielle Nationalhymne der USA geworden und genoss lange Zeit größere Bekanntheit als sein Komponist, berichtet Klaus Modick. Und das findet der Rezensent mehr als unangemessen, denn schließlich gilt Guthrie, der die Folkballade als Medium des kritischen Kommentars und Protests ins Leben rief, als einflussreicher Wegbereiter für Bob Dylan und andere Musiker-Größen. Als 19-Jähriger begann Guthrie (1919-1967) ein Wanderleben, das ihn über Arbeiten als Zeitungsjunge, Schildermaler, Farmarbeiter und Straßensänger schließlich in den Journalismus und zur Musikerlaufbahn führte, infomiert der Rezensent. Seine 1943 erschienene Autobiografie "Bound For Glory", eine mit fiktiven Momenten durchsetzte balladeske Erzählung über Kindheit, Jugend und seine Jahre als Eisenbahntramp, wurde denn auch das erste On-the-road-Buch und Wegbereiter der Beat-Generation, schreibt Modick. Nun liegt sie wieder im Deutschen vor. Zwar in der Übersetzung der deutschen Erstausgabe von 1977, was dem Rezensenten nicht allzu gut gefällt, aber immerhin sei das Buch so endlich wieder greifbar. Denn Modick findet es atmosphärisch dicht und unprätentiös lakonisch.
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