Bücherschau der Woche
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Klappentext
Es gibt das Buch übrigens auch in einer "Luxusausgabe" für 148 Mark (ISBN 3-8218-5128-7). Der große Wald. Buntbären. Fhernhachenzwerge. Ein gemeingefährlicher Laubwof. Unsterbliche Sternenstauner. Ehrgeizige Erdgnömchen. Ein unberechenbarer Stollentroll. Kokette Elfenwespen. Geheimbären. Eine Waldspinnenhexe. Blutsaugende Flederratten. Weinende Bäume. Sprechende Pflanzen. Tanzende Pilze. Leuchtende Ameisen. Doppelköpfige Wollhühnchen. Dreiäugige Schuhus. Ein sehr alter Meteor. Schreckliche Spannung. Grausamste Bosheit. Goldener Humor. Feinste zamonische Hochliteratur. Um nur das Gröbste zu nennen. Nach die "13 1/2 Leben des Käpt´n Blaubär" legt Walter Moers nun seinen zweiten Zamonien-Roman vor. Mysteriöses geht vor sich im Großen Wald: Ein unheimliches Wesen versetzt die Buntbären in Angst und Schrecken, und Ensel und Krete, zwei kleine Fhernhachen-Kinder, machen sich auf, um das Rätsel zu lösen. Was ihnen widerfährt, ist selbst für zamonische Verhältnisse ungeheuerlich.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 08.11.2000
Heike Byn stellt auf knappem Raum fünf Kinder- und Jugendbücher vor, in denen Hexen und Teufel ihr Unwesen treiben.
1) Sandy Nightingale: "Die Hexe des Jahres"
Die Rezensentin ist begeistert von dem Bilderbuch, dessen Hauptfigur die Hexe Gruselfax ist, die es sich zum Lebensziel gesetzt hat, alles Schöne aus der Welt zu schaffen. Byn preist den "Wortwitz" der britischen Autorin und findet die Figuren "wunderbar schrill". Sie lobt die liebevollen Details und vermutet, dass an diesem Buch nicht nur die Kinder, sondern auch die Vorlesenden ihre Freude haben werden.
2) Ulf Stark/Anna Höglund: "Kleiner Teufel Asmodeus"
Sehr knapp geht die Rezensentin auf dieses Bilderbuch ein, das eine Teufelfamilie mit ihren Problemen schildert. Sie lobt den Witz der "anrührenden" Geschichte und amüsiert sich über die Bildern der Illustratorin, die "Details zum Staunen und Lachen" in ihre Illustrationen einbaut.
3) Marie Desplechin: "Endlich Hexe!"
Auch dieser Jugendroman hat es der Rezensentin angetan. Sehr knapp, aber offensichtlich begeistert, geht die Rezensentin auf dieses Buch ein, das die Probleme eines pubertierenden Hexenmädchens erzählt. Sie preist Humor und Verständnis der Schilderungen von auch unter Menschen nur allzu bekannten Probleme und lobt die französische Autorin für die Leichtigkeit, mit der sie das "ernstes Thema" behandelt.
4) Martina Dierks: "Hexengewitter"
Noch knapper bespricht Byn dieses Buch, das sich um die Errettung des "Larifarifürsten" aus der Gewalt der "Gewitterhexe" dreht. Sie ist "fasziniert" von der "überschäumenden Fantasie", die die Autorin mit ihrer Geschichte beweist und freut sich über die originellen Einfälle.
5) Walter Moers: "Ensel und Krete"
Hingerissen zeigt sich die Rezensentin in ihren kurzen Bemerkungen zu diesem "modernen Märchen", das ihrer Meinung nach für Kinder wie für Erwachsene geeignet ist. Zwar hält sie es für möglich, dass man dem Autor vorwerfen könne, er versuche, mit diesem Buch nur an den Erfolg seines "Käpt´n Blaubär"- Romans anzuknüpfen, dennoch ist sie von dem hier bewiesenen Witz und Ideenreichtum begeistert.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 25.07.2000
Jenny Zylka verstrickt sich ganz in die jüngste Märchenerzählung aus dem Hause Moers, dem Schöpfer von Käpt`n Blaubär. Unmöglich, diese Rezension zu referieren. Erfahren haben wir, dass es sich um eine lustig bis alberne Variante des Hänsel & Gretel-Märchens handelt, die unter Fhernhachenzwerg-Kindern in Zamonien spielt und vom literarischen Alter Ego Walter Moers`, Hildegunst von Mythenmetz, naseweis kommentiert wird. Diese leichte Überheblichkeit missfällt der wohlgesonnenen Rezensentin, die gesteht, dass die Harry Potter-Bücher deshalb spannender sind, weil deren Verfasserin die Kinder ernst nimmt und auf einer Stufe mit ihnen schreibt. Kurzum: "Ensel und Krete" ist letztlich doch ein Erwachsenenbuch, während "Harry Potter" ein richtiges Kinderbuch ist, das rein zufällig von ziemlich vielen Erwachsenen gelesen wird, resümiert die Rezensentin.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 29.06.2000
Christoph Siemes ist begeistert von diesem Buch Moers`, das für Kinder wie für Erwachsene gleichermaßen lohnend sei. Es dokumentiert den unglaublichen Einfallsreichtum des Autors und bietet derart viel Stoff, dass ein Menschenleben gar nicht ausreichen würde, um ihn auszuarbeiten, so der überwältigte Rezensent und schwärmt gleich weiter: Am raffinierten Wechsel der Erzählperspektiven und an den selbstreferentiellen Abschweifungen des Erzählers hat "jedes germanistische Oberseminar was zu beißen und jede Kinderzimmerbelegschaft ihre Freude", seine "realistische Fantastik" und "naive Fabulierlust sind auch sinnbildlich zu verstehen und damit nicht nur Selbstzweck. Siemes hält das Buch gleichermaßen für eine Persiflage des Literaturbetriebes als auch ein Loblied auf die Literatur. Nur vor einem warnt er die Leser augenzwinkernd: die Beschreibung diverser "Pilztrips" sei pädagogisch wohl "weniger wertvoll", weshalb für Eltern Vorsicht geboten sei, wenn sie ihre Kinder mit diesem Buch beglücken wollten.
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