Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Michael Bischoff. Die Propagandaformel vom "Krieg gegen den Terror" ist seit geraumer Zeit nicht mehr in aller Munde, wirkt jedoch untergründig fort. Aber haben wir überhaupt jemals richtig begriffen, was damit gemeint ist, und vor allem, wie subtil und mit welchen Mitteln dieser Krieg geführt wurde und wird? In seinem neuen Buch erkundet der Bildtheoretiker W. J. T. Mitchell die Sprach- und Bildpolitiken im Jahrzehnt nach 9/11 und stößt auf eine so heikle wie mächtige Konstellation aus Metaphern und Bildern, die ihre eigene furchteinflößende Realität erschafft und enorme gesellschaftliche und politische Auswirkungen hat.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.10.2011
Gibt es irgendeine historische Koinzidenz, die sich nicht zu poststrukturalistischem Schaumwerk aufschlagen ließe? W.J.T. Mitchell sieht George W. Bushs Krieg gegen der Terror und sein Verbot des Klonens als zwei Seiten einer Medaille, berichtet Ralph Ubl in einer nicht ganz unironischen Kritik, die sich dennoch brav an den mäandernden Argumentationen des Autors abarbeitet. Der Terrorist wirke in seiner unaffälligen Art wie ein Klon, der Klon werde zum Inbegriff der Angst in der Bush-Ära, auch Bilder seien Klone und Klone Bilder - und so weiter. Dann folgt offenbar noch eine längere Abhandlung über das Bild des "Kapuzenmanns" aus Abu Ghraib, das sich uns allen einbrannte -und das Mitchell, nicht ganz so originell, christologisch zu deuten scheint. Dann aber, so notiert der erschöpfte Rezensent, landet er doch in ungefährer Ironie und beim "Anything Goes".
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 10.09.2011
Rezensent Tim Caspar Boehme findet die Theorie, die der Kunsthistoriker und Anglist W.J.T. Mitchell hier verfolgt, äußerst interessant. Laut Böhme untersucht Mitchell in "Das Klonen und der Terror" die Wechselwirkung zwischen einer stetigen Reproduktion des Terrors durch die Versuche ihn zu bekämpfen und einer sogenannten "Klonophobie", der Angst vor einer neuen Form von Ebenbildlichkeit durch das Wiederholen der Bilder. Seine Untersuchung sehe Mitchell vor allem als Erinnerungsappell, berichtet Boehme: unangenehme Dinge, für die sie verantwortlich seien, vergäßen die Amerikaner schließlich schnell - wie der Umgang mit dem Bild des Folteropfers von Abu Ghraib zeige. Mitchell gelinge es, seine Kritik an der Bush-Regierung einleuchtend mit den "semiotisch-psychoanalytischen Abstraktionen" über die Rolle der Bilder zu verbinden, so der Kritiker.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.09.2011
Nicht wirklich erwärmen kann sich Uwe Justus Wenzel für dieses Buch über den "Krieg der Bilder seit 9/11" des Literaturwissenschafters und Kunsthistorikers W. J. T. Mitchell. Dass es sich dabei um eine im Grunde recht "einfache Erinnerungsübung" handelt, wie der Autor im Vorwort ankündigt, kann der Rezensent nicht bestätigen. Die These des Autors, der Klon und der Terrorist seien "wechselseitig konstitutive Figuren des pictorial turn unserer Zeit" scheint ihm nicht nur schwammig und "überambitioniert", sondern im Grunde abstrus. Immerhin bescheinigt er Mitchell mitunter erhellende Beobachtungen, etwa wenn dieser die Bildlogik des "Kapuzenmanns" von Abu Ghraib entschlüsselt.
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