Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Vincenzo Consolo

Retablo

Roman

Cover: Retablo

Folio Verlag, Wien 2005
ISBN-10 3852563143
ISBN-13 9783852563145
Gebunden, 180 Seiten, 19,50 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Aus dem Italienischen von Maria E. Brunner. Fabrizio Clerici, Maler, Spross einer der mächtigsten Familien Mailands, tritt eine Reise nach Sizilien an, zu den Stätten der Antike, um auf den Spuren der siculo-griechischen Kulturen und Sprachen seine Angebetete, Teresa Blasco, zu vergessen. In Palermo an Land gegangen, heuert der Künstler einen entlaufenen Mönch als ortskundigen Führer an - Isidoro, der aus Liebe zur blutjungen Rosalia den Ertrag aus Ablassverkäufen unterschlägt und sich aus dem Kloster davonstiehlt. Der Liebeswahn des einen spiegelt sich im Liebeswahn des anderen auf einer höheren gesellschaftlichen Ebene wider. Consolos Sprache ist ein Pastiche, eine vielfach gewirkte Kunstsprache aus lombardischen und sizilianischen Dialekten, Gelehrtensprache des 18. Jhs. und meditativen wie umgangssprachlichen Tönen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.02.2006

"Welche Lust der Listen!", ruft Rezensent Samuel Moser begeistert. Der Reisebericht des Landschaftsmalers Don Fabrizio werde geradezu "überflutet" von herrlichsten "ironischen Auslassungen" des Autors, vom "Stimmen, Sprachen, Zitaten". "Souverän", so der Rezensent, spiele Consolo mit der Tradition des "utopisch-zeitkritischen" Reiseromans der Aufklärung. An der besten Stelle, so der Rezensent, "versumpfe" der Text gewissermaßen parallel mit dem Helden, der gerade knietief zu einer Insel vor Sizilien hinüberwatet. Dabei sei die Geschichte höchst einfach. Don Fabrizio pilgert in die Heimat seiner Geliebten, die ihn nicht erhört hat. Sein "ungleicher" Begleiter auf dieser Reise, ein "zum Teufel gejagter" Bettelmönch, trägt eine ähnliche tragische Liebesgeschichte im Herzen. Don Fabrizios Reisebericht sei an die Geliebte adressiert, Consolos Roman hingegen, wie der Rezensent unterstellt, an die Mailänder Gesellschaft, in der der Autor vor zwanzig Jahren "Retablo" geschrieben hat.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

Mehr Bücher aus dem Themengebiet

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren