Aus dem Norwegischen von Knut Krüger. Wussten Sie, dass man in Hanoi an Neujahr die Feuerwerksgeräusche von CD abspielt? Tor Farovik erlebt es hautnah mit, als er zu Gast bei einem umtriebigen Professor das eher unheilvolle Jahr der Affen verabschiedet. Wie unheilvoll, das bekommt die 89-jährige Madame Noi zu spüren. Ihr kleines Familienhotel, das sie seit der französischen Kolonialzeit betrieb, soll abgerissen werden. Es sei üble Nachrede, meint der Schwiegersohn, dass Madame auch zur Ho-Chi-Minh-Zeit nur französisch sprechende Gäste bedient hätte. In Kambodscha, das im Vergleich zu Vietnam fast menschenleer wirkt, spürt Farovik den Bruder des Diktators Pol Poth auf und macht Prinzessin Bopha seine Aufwartung, bevor er in Thailand der blühenden Wirtschaft versteckter Mohnfelder im Goldenen Dreieck nachgeht und sich die vermutlich größte Samenbank der Welt im Elefantenkrankenhaus von Lampang zeigen lässt. Eher gespenstische Stimmung herrscht in Myanmar. Dort wird im Dunst des Dschungels eine moderne Metropole hochgezogen, die bald die eigentliche Hauptstadt Rangun ersetzen soll.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.10.2007
Ebenso lehrreich wie spannend und unterhaltsam findet Rezensent Hans Gasser die Reisereportagen des norwegischen Journalisten Tor Farovik, dem er gern auf seiner Reise durch Vietnam, Kambodscha, Thailand und Birma folgte. Er hebt die zahlreichen Begegnungen mit Einheimischen hervor, die Farovik oft eingeladen und ihm ihre persönlichen Geschichten berichtet haben, die immer ein Licht auf Geschichte und Befindlichkeit ihres Landes werfen. Dabei bescheinigt er dem Autor, die subjektiven Erzählungen seiner Gastgeber mit historischen Fakten zu ergänzen. Darüber hat Gasser eine Menge über die Geschichte dieser Länder gelernt. Besonders lobt er in diesem Zusammenhang die Schilderung der Geschichte des Waffenschmuggels vom kommunistischen Nordvietnam ins amerikanisch dominierte Südvietnam. Hin und wieder scheint ihm der Autor zu viel auf inneren Monolog zu setzen. Insgesamt jedoch überwiegen zu seiner Freude die "handfesten Abenteuer".
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