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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Tomas Gonzalez

Horacios Geschichte

Roman

Cover: Horacios Geschichte

Edition 8, Zürich 2005
ISBN-10 3859900064
ISBN-13 9783859900066
Gebunden, 172 Seiten, 18,90 EUR

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Klappentext

Aus dem Spanischen übersetzt von Peter Schultze-Kraft und Gert Loschütz unter Mitarbeit von Jan Weiz. Mit einem Nachwort von Peter Schultze-Kraft . Fontane hat mit koketter Bescheidenheit über sein Meisterwerk, den Stechlin, gesagt: "Zum Schluss stirbt ein Alter, und zwei Junge heiraten sich - das ist so ziemlich alles, was auf 500 Seiten geschieht." Ähnlich knapp ließe sich der Inhalt von Horacios Geschichte wiedergeben: Ein etwas neurotischer Mann, der eine große Familie hat, Antiquitäten sammelt, an seinem Auto hängt, viel raucht, sich zwei Kühe hält und am Ende stirbt.
Geschildert werden die letzten 20 Monate von Horacios Leben, zu dem die trivialen Unterhaltungen und Vorkommnisse des Alltags ebenso gehören wie Krankheiten und Unglücksfälle in der Familie. Eine einfache, unspektakuläre Geschichte, die dadurch zum Meisterwerk wird, dass der Autor eine eigene Sprache gefunden hat, mit der er den Leser, die Leserin fern von den 'Markenzeichen' der kolumbianischen Literatur - dem magischen Realismus, dem 'miserabilismo', dem Auswalzen der Gewalt - empathisch und kompetent an seine Figuren heranführt und diese lebendig, verständlich, einmalig macht. Dabei entsteht das Porträt einer kleinbürgerlichen Familie, deren Mitglieder sehr aufeinander bezogen sind und sich unentwegt besuchen - und trotzdem einsame Menschen bleiben.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.09.2005

Rezensent Uwe Stolzmann ist recht angetan von dieser kleinen, anrührenden Geschichte, die im Kolumbien der frühen Sechziger Jahre spielt, in der Nähe der späteren Verbrecherhochburg Medellin. Und doch spielen keine der Klischees, die wir heute mit Kolumbien verbinden, eine Rolle - auch wenn natürlich die Szenarien der Zukunft, die " Schreckensherrschaft von Killertrupps jeder Couleur schon in der Luft liegen". Es geht um den persönlichen Mikrokosmos des herzkranken Horacio: "Dieses Wissen um die Zerbrechlichkeit, die doppelte Gefährdung von Horacios kleiner Welt, lässt ihr Abbild im Buch so glänzen", schwärmt Stolzmann, dem außerdem die natürlich wirkende Sprache gefällt, die der hierzulande noch weitgehend unbekannte Autor Tomas Gonzalez gefunden hat.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.06.2005

Rezensent Kersten Knipp hat Sympathien für dieses Buch und seine vielen "süßen Nichtigkeiten". Beschrieben werde das Leben in Kolumbien um das Jahr 1960, kurz bevor das Land "aus dem brüchigen Zustand des Friedens" in das Bürgerkriegschaos stürzte. Als Form des Daseins sieht der Rezensent besonders den "begnadeten Gleichmut" von Rindern inszeniert, was er allerdings nicht ohne Ironie und mit einigen Zweifeln beladen zu Protokoll gibt. Denn er ist unsicher, ob hier mit der Idylle nicht doch etwas übertrieben wird. Auch die Schicksalsschläge, die Held Horacio und seine Familie ereilen, scheinen etwas zu viel Tragik zu bieten. Trotzdem, das ist dem Ton der Rezension anzumerken, hat sich der Roman ausgesprochen gut lesen lassen.

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