Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Stewart Home

Blow Job

Roman

Edition Nautilus, Hamburg 2001
ISBN-10 3894013656
ISBN-13 9783894013653
Broschiert, 222 Seiten, 15,24 EUR

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Klappentext

Aus dem Englischen von Wolfgang Bortlik. No Future Party, Spartacist Workers Group, The Church Of Valerie Solanas usw. heißen die rechten und linken Rudel, die regelmäßig in Londons Straßen aufmarschieren und sich gegenseitig die Hucke vollhauen. Während Steve Drummond, der neue Anführer von Class Justice, wegen seiner sehr katholischen Freundin den Kontakt zur Bewegung verliert, erlebt der Haudegen Nick Carter einen zweiten Frühling. Seine Nihilist Alliance, in der die schlagkräftigsten Londoner Lumpenproletarier vereint sind, sät fröhlich Furcht und Schrecken. Allerdings hat Nick nicht mit den drei Frauen der Nazi-Sekte The White Seed Of Christ gerechnet. Ihr Auftrag: mit Blow Jobs in der linken Szene Carter ausfindig zu machen und vor seiner Liquidierung seinen arischen Samen zu retten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 14.08.2001

Uwe Schütte hat sich mit der bissigen Satire "Blow Job" des britischen Autors Stewart Home spürbar amüsiert. Das kann der Leser jeder Zeile seiner Besprechung entnehmen, an deren Ende große Neugier und ein großes Fragezeichen stehen. Das Buch über rechts- und linksextreme Politgruppen des Londoner Undergrounds, die mit nichts anderem beschäftigt sind als sich gegenseitig die Köpfe einzuschlagen, sich überaus blutrünstiger Feministinnengruppen zu erwehren und gelegentlichen "Blow Jobs", also bezahltem Oralsex nachgehen, wird in Deutschland einen Aufschrei der Empörung auslösen, prophezeit der Rezensent. So viel political uncorrectness verträgt die deutsche Lesergemeinde nicht, mutmaßt Schütte, der das deutlich bedauert. Den flachen Plot, holzschnittartige Charaktere und die zwar passable, aber doch fehlerhafte Übersetzung zu kritisieren, sei hier sinnlos, denn der Witz liegt für den Rezensenten in dem unerschrockenen Spiel des "enfant terrible der englischen Literaturszene" mit Versatzstücken aus der Trivialliteratur (Pornografie, Comic Strip, Thriller und "pulp novel", eine amerikanischen Variante des Groschenromans).

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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 17.07.2001

Ein "Meisterwerk der Kolportage" stellt Stewart Homes "Blow Job" für Frank Schäfer schon dar, aber bei allem Spaß, den er an dieser von Schmuddelsex und Polit-Trash strotzenden Geschichte aus London hat, beschleichen ihn dennoch Bedenken. Er spricht von Regression und meint damit nicht Homes serielles Prinzip, das Stereotypen über minimale Veränderungen vorführt und durchexerziert. Schäfer irritiert vielmehr das "zyklische reaktionäre Geschichtsbild", das dahinter steht und ihn an Anthony Burgess und sein "Clockwork Orange" erinnert. Wie bei Burgess setzt er eine Geschichte und Entwicklung leugnende Grundhaltung bei Home voraus, die die Wiederkehr des Immergleichen annimmt und pulpmäßig abfeiert. Für das London Homes heißt das: rohe Sexualität, politischer Agitprop, bürgerkriegsähnliche Straßenkämpfe, in denen politische Überzeugungen nicht wirklich zählen.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren