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Klappentext
Unter Mitarbeit von Heidi Mönnich-Marks. Mit 5 Fotos. Warum begeisterten sich Millionen von Menschen für Adolf Hitler? Wieso konnten sie sich so verführen lassen? Alles nur Vergangenheit? Durch Interviews mit ehemaligen HJ-Funktionären, SS-Offizieren und NSDAP-Mitgliedern - 24 Männer und 19 Frauen - zeigt Stephan Marks, dass der Nationalsozialismus seine Anhänger begeisterte, indem er ihre Gefühle ansprach, sich ihre emotionale Bedürftigkeit zunutze machte - nicht ihren Verstand. Vor allem Schamgefühle, Kriegstraumata, psychische Abhängigkeiten wurden und könnten auch heute genauso instrumentalisiert werden, so die erschreckende Botschaft des Buches.
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 04.08.2007
Aufschlussreich findet Rezensentin Ute Scheub diese tiefenpsychologische Studie zum Nationalsozialismus, die Stephan Marks vorgelegt hat. Sie bescheinigt dem Autor einige bemerkenswerte Antworten auf die Titelfrage "Warum folgten sie Hitler". Dabei geht es dem Sozialwissenschaftler nach Ansicht Scheubs nicht um repräsentative Befunde, die Tiefeninterviews mit 19 Frauen und 24 Männern, die früher begeisterte Nazi-Anhänger waren, sollen vielmehr "qualitative Erkenntnisse über ihr Seelenleben" liefern. Deutlich werden für Schub die unverarbeiteten Emotionen der Befragten, ihre Begeisterung für Hitler, ihr Leugnen von persönlicher Verantwortung und ihre Versuche, den Juden eine Mitschuld am Holocaust zuzuschieben. Ausführlich referiert sie Marks Erklärung für die Begeisterung für Hitler, die auch aus dem "magischen Kult" der Nazis herrühre, der das infantile Bedürfnis ihrer Anhänger nach Regression und Verschmelzung mit der Nation als Mutterleib bedient habe. Auch Größenfantasien spielten eine wichtige Rolle, etwa die Erwartung, Hitler werde die traumatische Niederlage Deutschlands im Ersten Weltkrieg rückgängig machen. Manche der Gesprächspassagen haben Scheub geradezu schockiert. Auch wenn sie den Argumentationen des Autors nicht immer überzeugen, etwa wenn er das Dritte Reich als Zeit der "hypnotischen Trance" und eines "kollektiven Rauschzustandes" beschreibt, hält sie das Buch für einen bedeutenden und auch "beunruhigenden" Beitrag zur Tiefenpsychologie der Nazi-Anhänger.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 26.04.2007
"Eindrucksvoll, wenn auch nicht immer ganz überzeugend" findet Rezensent Hansjakob Stehle die Ergebnisse dieser Studie, in welcher der Sozialwissenschaftler Stephan Marks seinen Informationen zufolge 49 Zeitzeugen des Nationalsozialismus der Jahrgänge 1906 bis 1926 über ihre Gefühle und Erinnerungen zu dieser Zeit befragt hat. Doch trotz einiger fachlicher und methodischer Einwände hält der Rezensent den Versuch Marks' insgesamt für gelungen, die Erinnerung der Zeitgenossen an das NS-Regime von ihrer "luftdichten Versiegelung" zu befreien, und nachgeborenen Lesern zugänglich zu machen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.03.2007
Wenn Stephan Marks' Buch eines erkennen lässt, dann sind es die sehr engen Grenzen, in denen sich eine psychologische Deutung von Erinnerungen an den Nationalsozialismus bewegt, schimpft Hans-Jürgen Döscher. Er hat an Marks' Interviews mit ehemaligen Mitgliedern oder Funktionären nationalsozialistischer Organisationen einiges auszusetzen. So werde weder zwischen den Mitgliedern von sehr unterschiedlichen Gruppen wie SS, HJ oder Wehrmacht differenziert noch die soziale oder regionale Herkunft der Befragten analysiert. Deshalb und wegen der zu kleinen Stichprobe könne man aus den Interviews keine Rückschlüsse darauf ziehen, warum so viele Menschen dem Nationalsozialismus zustimmten. Leider sei das aber die Grundfrage des Buches. Dem Rezensenten bleibt da nur noch, auf gelungenere Werke zum Thema von Jürgen W. Falter, Ian Kershaw und Peter Reichel hinzuweisen.
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