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Klappentext
Stalinstadt, später wieder in Eisenhüttenstadt umbenannt, ist eine geplante Industriestadt südlich von Frankfurt an der Oder. Stalinstadt sollte als die "erste sozialistische Stadt" Deutschlands gelten. In der vorliegenden Studie wird die Gründung dieser Stadt als als ein bedeutendes Zeugnis der Zeit zwischen 1950 und den frühen sechziger Jahren dargestellt. Die Konzeption und Planung der neuen Stadt wird eingebettet in den sozialen, politischen und kulturellen Kontext der frühen DDR.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 22.04.2000
In einer Doppelrezension bespricht Robert Kaltenbrunner zwei Bücher, die sich mit Stadtplanung in der DDR befassen und dabei auch die Entscheidungsprozesse, politischen Hintergründe und die Handlungsfreiheit der beteiligten Personen beleuchten.
1) Ruth May: "Planstadt Stalinstadt. Ein Grundriss in der frühen DDR - aufgesucht in Eisenhüttenstadt".
"Überaus gelungen" findet Robert Kaltenbrunner diesen Band, allerdings erläutert er im weiteren Verlauf der Rezension diese Bewertung nicht näher, sondern wirft einen Blick auf die Themen, mit denen sich die Autorin beschäftigt: So erfährt man unter anderem, dass die Anlage der Stalinstadt "unverkennbar Anleihen nimmt bei den ästhetischen Grundsätzen des Barock", und dass bei der Planung der Entwurf von Kurt W. Leucht den Zuschlag erhielt, der schon unter den Nazis tätig war. Sozialistische Mitbewerber, die sogar im Konzentrationslager gewesen waren, konnten sich dagegen nicht durchsetzen - ein Zynismus, den die Autorin ausdrücklich anklagt, so der Rezensent. Dass die Stalinstadt über "spezifische Qualitäten" verfügt, die der Stadt etwas recht Lebendiges geben, wie die Autorin behauptet, will Kaltenbrunner nicht bestreiten. Bedauerlich findet er allerdings, dass man dies keineswegs verallgemeinern könne, angesichts der städtebaulichen "Hinterlassenschaften" der DDR.
2) Hrsg. von Holger Barth "Planen für das Kollektiv. Handlungs- und Gestaltungsspielräume von Architekten und Stadtplanern in der DDR".
Robert Kaltenbrunner hebt vor allem den Beitrag von Bruno Flierl hervor, der darauf hinweist, dass die Städte in der DDR ursprünglich von innen nach außen umgestaltet werden sollten. Honecker habe jedoch nach seinem Amtsantritt einen Strategiewechsel vorgenommen: Wohnungen wurden am Stadtrand gebaut, die Innenstädte wurden vernachlässigt - mit Folgen bis heute. Des weiteren erfährt man in Kaltenbrunners Rezension, dass die Moskauer "16 Grundsätze des Städtebaus" in diesem Band genauer erläutert werden. Die Thematik scheint Kaltenbrunner durchaus interessant zu finden. Wie er aber die Qualitäten dieser Abhandlung beurteilt, erfährt man allerdings nicht in dieser Rezension.
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