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Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Wiebke Meier. In seinem Buch "Moral und Moderne" zeigt Robert Pippin, dass Henry James in seinen Romanen und Erzählungen nicht nur eine neue Lesart, sondern letztlich eine Neubegründung der Moral entworfen hat. Obwohl James die Moderne als eine komplexe und bisher nicht dagewesene historische Situation ernst nimmt und ihre Ambiguitäten und Irritationen keineswegs leugnet, ist er nicht wie viele andere in Skeptizismus oder Ästhetizismus verfallen.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.08.2004
Paul Ingendaay empfand fast Neid auf den Philosophieprofessor Robert B. Pippin, den Verfasser der Henry-James-Monographie "Moral und Moderne", denn für diesen war das Schreiben der Studie eine Herzensangelegenheit, ein Vergnügen. Und tatsächlich lobt Ingendaay, die Komplexität der Pippinschen Abwägungen und Ausleuchtungen, gespeist aus "Einfühlung, Intelligenz" und einem "langen philologischen Gedächtnis", könnten der psychologischen Sezierkunst des großen Autors durchaus das Wasser reichen. Pippins Verfahren beschreibt Ingendaay folgendermaßen: Erst präpariert der amerikanische Philosoph aus den James'schen Werken heraus, was für den bewunderten Autor überhaupt "Moral" heißt; dann gleicht er dessen Einsichten mit der eigenen "Theorie moralischen Handelns" ab. Soviel Lust das Werk aber auch beiden brachte, dem Autor und dem Rezensenten, Ingendaay fühlte doch auch Schmerz bei der Lektüre - nämlich über das Ausbleiben eines Lektorats, das der mitunter holprigen, eher als "löblich bemüht" zu charakterisierenden Übersetzung auf die Sprünge (auch über die Hürden der Zeichensetzung hinweg) geholfen hätte. Pippins Buch, meint der Rezensent, ist bei aller Raffinesse eher eine Sache für Spezialisten, da es um die Eindeutschung von James auch ansonsten nicht zum besten bestellt ist - schmal ist der Ausschnitt seines Oeuvres, der auf Deutsch vorliegt.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 26.11.2003
Robert B. Pippins zwischen Philosophie und Literaturgeschichte angesiedelte Monografie über "Moral und Moderne" bei Henry James ist um einiges hinter den Erwartungen von Rezensentin Hilal Sezgin zurück geblieben. James' Werk unter diesen Aspekten zu betrachten, findet Sezgin zwar einleuchtend, schließlich bestehen die "plots" seiner Geschichten und Romane aus moralischen Konflikten, die sich vor dem Hintergrund des modernen Gemeinwesens abspielen. Allerdings hält sie Pippin vor, seinen moralphilosophischen Fragen nicht beharrlich genug nachzugehen. Etwa wenn er zeigen wolle, dass die Figuren von James weder alten Gewissheiten nachtrauern, noch ihren Schwund konstatieren, sondern permanent versuchen, sich einen Reim auf ihre ambivalenten Motive zu machen. Dabei kommt das "Wie" zu Sezgins Bedauern zu kurz. Auch Pippins Versuch, James als historisch sensiblen Autor zu verteidigen, überzeugt Sezgin nicht wirklich - zumal sich der Autor nicht für die dramaturgischen Überlegungen interessiere, die James wesentlich mehr und intensiver beschäftigten als die Geschichte.
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19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen
Laszlo Vegel: Sühne
12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen







