Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Mit 130 Abbildungen. Byzanz hat große historische Wirkungsmächtigkeit für das Abendland, weit über politische und militärische Gegebenheiten hinaus. Außerdem war Byzanz die große christliche Vormacht am südöstlichen Rand des christlichen Europa, die die Grenzen des Christentums gegen die fast ununterbrochenen Angriffe der Nomadenvölker aus dem Steppengebiet nördlich des Schwarzen Meers und gegen die muslimischen Araber und später gegen die Türken verteidigte. Die Christianisierung des Balkans und Russlands ging von Byzanz aus und hat die Geschichte und Kultur dieser Völker bis heute nachhaltig geprägt. Ohne Byzanz wüssten wir kaum etwas von dem antiken griechischen Schrifttum, das die Byzantiner erhalten haben, immer wieder kopierten und weitergaben, zum Teil direkt, zum Teil auch über die Araber, von denen es wiederum seinen Weg in das lateinische Europa gefunden hat.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.06.2003
Ralph-Johannes Lilies Studie zum Auf und Ab der 1000-jährigen Geschichte des byzantinischen Reiches hat Rezensentin Franziska Meier nicht so recht überzeugt. Zu ihrem Bedauern hat der renommierte Byzantinist keinen Schlüssel gefunden, um dem Leser das "merkwürdig fremde" Reich zu erschließen, "es uns in seiner Fremdheit näher zu bringen". Der Schwierigkeit, die politisch-militärische und die religiöse Geschichte in ein Verhältnis zu bringen, sucht Lilie durch eine weitgehende Trennung von Religion und Politik zu umgehen, berichtet Meier. Allerdings gerate ihm dabei seine Vermutung aus dem Sinn, dass die bis heute vorherrschende Vorstellung eines religiös dominierten Reiches allein durch die Quellenlage - vorhanden sind überwiegend klerikale Dokumente - bedingt sei. Zudem wird bei Lilie nach Ansicht Meiers nicht wirklich klar, warum Byzanz und Westeuropa so unterschiedliche Wege gingen. Sie kritisiert außerdem, dass Lilie nicht der Frage nachgeht, in welcher Weise sich Byzanz auf die Herrschaft der Osmanen ausgewirkt haben könnte.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 28.05.2003
Das Buch ist dick, mitunter erschlagend und "ordentlich bis zur Öde", gesteht Marie Theres Fögen. Ralph-Johannes Lilie hat einen Wälzer zur tausendjährigen Geschichte des byzantinischen Reichs vorgelegt, der ganz in der Tradition der positivistischen Historiografie stehe. Hier zähle die politische Geschichte, hier zählten die beiden "Ks" - Könige und Kriege -, hier zählten die "tatsächlichen Realitäten". Die Rezensentin zeigt sich weder begeistert noch überzeugt von dieser neoplastischen Form der traditionellen Geschichtsschreibung; als hätte der Autor noch nie davon gehört, dass die Historiker darüber streiten, ob die historische Forschung eher eine Kultur-, eine Sozial- oder eine anthropologische Wissenschaft sei, ob es "eine narrative Kunst oder eine Konstruktion unserer Gehirne darstelle". Zumindest zeigt sich der Autor von dieser Diskussion unberührt, seine hypothetischen Überlegungen zur Sozialgeschichte oder zur Ökonomie oder Kultur bringt er in vier kleineren Kapiteln unter, wie die Rezensentin erklärt. Ansonsten habe er sich auf dem Buchmarkt dort plaziert, wo er einen recht sicheren Platz einnehmen wird, meint Fögen: Abnehmer für solche Genealogien von Kaisern und Kriegen gebe es immer - vorausgesetzt, man interessiert sich für Byzanz.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.03.2003
Als "Epochenwerk" würdigt Andreas Kilb die nun vorliegende Monografie über Byzanz Ralph-Johannes Lilies. Für Kilb der erste "maßgebliche Versuch" eines deutschen Historikers, nach Georg Ostrogorskys noch aus den vierziger Jahren stammender "Geschichte des byzantinischen Staates" eine Gesamtdarstellung der Geschichte Byzanz' vorzulegen. Ein Versuch, der zur Freude Kilbs gelungen ist - auch wenn er im einzelnen Kritik übt. So moniert er beispielsweise, dass Lilie die früh- und die spätbyzantinische Geschichte "zu kursorisch" behandelt, wo doch gerade aus diesen Epochen die meisten Kunst- und Architekturzeugnisse erhalten seien. Als Schwerpunkt des Buches nennt Kilb die Epoche zwischen der Regierungszeit des Herakleios (610-641) und der verlorenen Schlacht von Mantzikert (1071), eine Zeit, in der das byzantinische Staatswesen seine endgültige Gestalt gewann. Lilies Darstellung dieser Epoche findet Kilb "klug und behutsam". Dass Lilie das ideologische Geschehen aus dem politischen ausblendet, hält Kilb dagegen für nicht überzeugend. Kilb hebt hervor, dass Lilie im Unterschied zu Ostrogorsky das Eigensinnige, "Autistische" der oströmischen Kultur betont. Alles in allem bietet das Buch Werk einen "Leitfaden", "mit dem wir uns auf den Weg nach Byzanz nicht verirren können", lobt Kilb.
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