Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Rainer Forst (Hrsg.)

Toleranz

Philosophische Grundlagen und gesellschaftliche Praxis einer umstrittenen Tugend

Cover: Toleranz

Campus Verlag, Frankfurt am Main 2000
ISBN-10 3593364050
ISBN-13 9783593364056
Broschiert, 284 Seiten, 20,35 EUR

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Klappentext

In pluralistischen Gesellschaften ist Toleranz eine ebenso unverzichtbare wie umstrittene Tugend. Den einen erscheint sie als Ausdruck gegenseitigen Respekts oder gar der Wertschätzung von kultureller und religiöser Differenz. Andere betrachten sie als eine herablassende Einstellung und als eine strategische, potentiell repressive Praxis gegenüber Minderheiten. Angesichts dieser Divergenzen macht es sich der Band zur Aufgabe, die philosophischen Grundlagen und die gesellschaftliche Praxis der vieldeutigen Tugend der Toleranz zu untersuchen. Mit Beiträgen von Wendy Brown, Rüdiger Bubner, Rainer Forst, Anna Elisabetta Galeotti, Otfried Höffe, Avishai Margalit, Martha C. Nussbaum, Joseph Raz, Paul Ricoeur und Perry Schmidt-Leukel.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 21.12.2000

Bevor Rüdiger Suchsland uns Rainer Forsts Sammelband mit 12 Beiträgen "hochkarätiger" Verfasser vorstellt, reflektiert er kurz selbst die Thematik. Nicht "menschenfreundliche Gesinnung", sondern "nackte Angst" habe am Anfang der Toleranz gestanden, nämlich z. B. als letztes Überlebensmittel des Königs Henri IV gegen religiösen Fanatismus. Heute gehe es längst nicht mehr um das staatliche Überleben, sondern eher um Fragen wie: Welche Differenzen sind zumutbar für die Gemeinschaft, wann ist staatliches Einschreiten legitim? Auf das "Gewirr von Positionen", so Suchsland, macht der Herausgeber des Sammelbandes schon in der Einleitung aufmerksam, einige werden in der Rezension kurz angerissen, beispielsweise die der Philosophin Wendy Brown, die einen Bedeutungswandel des Begriffs Toleranz konstatiert und auf seine neue "zutiefst antidemokratische Dimension" verweist. Die meisten Verfasser würden sich mit der Frage der philosophischen Definition und einer politisch -sozialen Anwendung befassen, resümiert Suchsland, und dass man keine einheitliche Definition erwarten könne, verstehe sich bei diesem Thema von selbst. Wo endet die Toleranz? Natürlich vor radikalen Ansichten. Amüsiert konstatiert der Rezensent, dass ausgerechnet ein Sammelband über Toleranz zu dem "klassischen Problem zurückführt, wer am Ende den Feind definiert".

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren