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Peter Englund
Schönheit und Schrecken
Eine Geschichte des Ersten Weltkriegs, erzählt in neunzehn Schicksalen
Klappentext
Der Erste Weltkrieg, die "Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts", hat die alte Welt aus den Angeln gehoben. Ein epochales Ereignis, das seit vier Generationen im kollektiven Gedächtnis haftet aber noch nie so erzählt wurde wie in diesem Buch. In "Schönheit und Schrecken" schildert Peter Englund, international renommierter Historiker und Vorsitzender der Nobelpreisjury, die Geschichte des Ersten Weltkriegs aus der Perspektive von neunzehn meist unbekannten Menschen unter ihnen ein ungarischer Kavallerist, ein deutsches Schulmädchen, ein französischer Ingenieur, ein belgischer Kampfflieger, eine russische Krankenschwester und ein amerikanischer Feldchirurg.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.12.2011
Einen etwas zwiespältigen Eindruck hat Peter Englunds Geschichte des Ersten Weltkriegs in neunzehn Schicksalen bei Johannes Willms hinterlassen. Dem Journalisten und Historiker gelingt es in seinen Augen, auf Grundlage von Briefen, Tagebüchern und Erinnerungen die Perspektiven von neunzehn überwiegend jungen Menschen zu einem beeindruckenden Panorama des Ersten Weltkriegs zu montieren. Deutlich wird für Willms, wie sich im Verlauf des Kriegs die Gefühlswelt der Protagonisten verändert, wie sie am Ende alle desillusioniert, gebrochen oder tot sind. Allerdings findet Willms auch einige Punkte problematisch: zum einen hätten die neunzehn Protagonisten bei Englund einen Überblick über das Geschehen, der eigentlich nur aus dem historischen Abstand heraus möglich ist. Zum anderen sprächen alle in derselben Tonlage, da Englund ihre Äußerungen weitgehend paraphrasiere und entsprechend seiner Komposition portioniere. Für eine literarische Erzählung wäre dies nach Ansicht von Willms völlig in Ordnung, den Ansprüchen an ein historisches Erzählwerk wird dieses Verfahren aber nicht gerecht. So ist Englunds Buch für ihn letztlich das, was im Fernsehen "Doku-Fiction" genannt wird. Danach beurteilt, resümiert der Rezensent, ist Peter Englund "ein Muster dieses Genres gelungen".
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 03.11.2011
Sehr begrüßenswert findet der hier rezensierende Politikwisschaftler Herfried Münkler das Projekt von Peter Englund, sich als Historiker und Schriftsteller zugleich dem Ersten Weltkrieg zu nähern und somit die Stärken der beiden Disziplinen geschickt miteinander zu verbinden, die Schwächen aber zu kompensieren. "Übersicht und Erfahrungsintensität" hat Münkler in Englunds Buch vorgefunden, das aus der alltäglichen Sicht von 19 Kriegsteilnehmern das gesamte Kriegsgeschehen zu fassen versucht: Die Schlachten bei Verdun und an der Sommes, bei Gallipoli und im Atlantik, und auch die "türkischen Massaker" an den Armeniern, wie Münkler schreibt. Der Schwachpunkt bei der Konstruktion liegt für den Rezensenten darin, dass Englund den einzelnen Personen viel zu viel Wissen auflädt, darunter leidet in seiner Sicht ein wenig die Stimmigkeit. Ganz groß findet er aber, wie Englund die allmähliche Ermüdung schildert, die Erschöpfung der Truppen, die bekanntermaßen in einigen Ländern in Meutereien mündete, in anderen Ländern in Revolutionen. "Meisterhaft", lobt Münkler.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 15.10.2011
Nur lobende Worte verliert Rezensent Matthias Lohre über Peter Englunds 700-Seiten-Werk "Schönheit und Schrecken", in dem der ehemalige Kriegsreporter und heutige Vorsitzende der Nobelpreisjury in neunzehn Schicksalen die Geschichte des Ersten Weltkriegs erzählt. Dem Rezensenten begegnet hier beispielsweise die vierzehnjährige Elfriede, die in ihrem Tagebuch die Euphorie zu Kriegsbeginn schildert. Oder er erfährt von dem Schicksal eines südamerikanischen Söldners, der zusehen muss, wie osmanische Truppen armenischen Christen die Kehle durchschneiden. Englund erinnere nicht einfach nur an das fast vergessene Grauen, so der Kritiker, vielmehr mache er mit seinem zurückhaltenden Erzählstil und seinen beeindruckenden Naturbeschreibungen die physischen und psychischen Verwüstungen "sinnlich erfahrbar".
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.10.2011
Wahrhaftiger geht's nicht für Cord Aschenbrenner, der Peter Englunds Buch über den Ersten Weltkrieg für eine absolute Novität hält. Zum einen, weil der Erste Weltkrieg hier salopp gesagt aus dem Schatten des Zweiten heraustritt, zum anderen, weil der Historiker Englund Neuland betritt, indem er den Krieg als Mentalitätsgeschichte schreibt beziheungsweise schreiben lässt, von betroffenen Menschen nämlich. Der Fokus auf der Gefühlswelt der 19 Helden, Soldaten vor allem, über deren späteres Schicksal der Rezensent gern mehr erfahren hätte (wie auch über die Entdeckung ihrer Tagebuch- und Briefschätze durch den Autor), lässt Aschenbrenner mitfühlen, wie er war, der Krieg. Die multiperspektivische Anlage führt gelegentlich zu einem "Monumentalgemälde" der Kriegsjahre, ihrer Ängste und Verzweiflung. Dass der Auror ferner nicht nur die bekannten Schauplätze zeigt, sondern auch, wie der Krieg auf dem Balkan, im Nahen Osten und auf See geführt und empfunden wurde, macht den Band für Aschenbrenner noch wertvoller.
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