Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Paul Torday

Lachsfischen im Jemen

Roman

Cover: Lachsfischen im Jemen

Berlin Verlag, Berlin 2007
ISBN-10 3827006996
ISBN-13 9783827006998
Gebunden, 320 Seiten, 19,90 EUR

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Klappentext

Aus dem Englischen von Thomas Stegers. Scheich Muhammad ibn Zaidi bani Tihama, ein passionierter Fliegenfischer aus dem Jemen, hat einen Plan: Zum Wohle seines Heimatlandes sollen nordeuropäische Lachse in den Wadis des Wüstenstaates angesiedelt werden - koste es, was es wolle. Er beauftragt den britischen Wissenschaftler Dr. Alfred Jones mit dem Projekt. Jones gilt als internationale Größe in Sachen Lachs und Forellen. Gerade hat seine Publikation "Auswirkungen erhöhten Säuregehalts im Wasser auf die Larve der Köcherfliege" unter den Lesern von Trout & Salmon, der größten Zeitschrift für Profifischer in England, eine hitzige Debatte ausgelöst, und auch sonst verbucht er beruflich nur Erfolge. Zuerst verwirft er die Idee als komplett absurd. Aber ein paar gewiefte Politiker erfahren von dem Vorhaben und erkennen in ihm eine Möglichkeit, die Medien von den unerfreulichen Nachrichten aus dem Nahen Osten abzulenken. Schon bald mischt sich Englands profilneurotischer Premierminister ein, und Dr. Jones muss sich darüber den Kopf zerbrechen, wie er es schafft, zehntausend schottische Lachse in die Wüste zu fliegen und sie zu überzeugen, das sich in der sengenden Hitze genauso gut laichen lässt wie in den nebligen Highlands ?

Leseprobe beim Perlentaucher

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.07.2007

Auch Rezensent Christoph Schröder kann angesichts dieses absurden Romans nur neidlos die Überlegenheit des britischen Humors anerkennen: "Understatement, trockener Humor und ein Sinn für das Absurde" - alles drin, wonach sich der Kontinentaleuropäer die Finger schleckt. Paul Tordays "Lachsfischen im Jemen" erzählt von dem verzweifelten Versuch des britischen Premiers, sein Image im Nahen und Mittleren Osten mittels eines Prestigeprojekts aufzubessern, für das ihn Scheich Muhammad ibn Zaini bani Tihama gewinnen konnte: eine Lachsfarm im jemenitischen Wadi. Wissenschaftler, PR-Agenten, Geheimdienstler und al Qaida werden davon gleichermaßen in Aufregung versetzt, und wenn auch die Geschichte für den Rezensenten hin und wieder eine alberne Wendung zu viel nimmt, hat er sich doch köstlich mit diesem "intelligenten Unterhaltunsgroman" amüsiert.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.07.2007

Anja Hirsch entdeckt das Kind im Autor. Das "gigantische" wie humorige Vorhaben, Glaubensfragen anhand der Lachsfischerei zu verhandeln, und der Autor Paul Torday sind ihr sehr sympathisch. Zumal Torday Brite ist und mit entsprechendem Humor ausgestattet. Erfrischenderweise konfrontiert der Text die Rezensentin auch mit Spannung und einer Polyphonie, die zusammenzuhalten ihr allerdings einige Mühe macht. Zum Glück greift ihr eine patente Hauptfigur dabei unter die Arme. So kann Hirsch den Roman als "ironischen Abgesang" auf eine Welt genießen, in der Fisch und Mensch noch Träume haben.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren