Bücherschau der Woche
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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Dieses Buch will Männer aus der Lethargie reißen, denn sie sind die Verlierer der herrschenden gesellschaftlichen Prinzipien. Die Frau als Opfer ist, laut Gruner, eine Schimäre, die höchst erfolgreich im breiten öffentlichen Bewusstsein verankert ist. Dagegen schreibt er an.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.11.2000
Astrid von Friesen stellt zwei Bücher vor, von ihr als "provokant" bezeichnet, die das "Auslaufmodell Mann" behandeln. Leider begnügt sich die Rezensentin damit, diese angeblich zum Widerspruch herausfordernden Thesen - oder was sonst soll dieses Wörtchen: provokant bedeuten? - so auszuführen, dass nicht klar wird, wessen Meinung sie gerade referiert. Und hat sie auch eine eigene? Lionel Tiger: "Auslaufmodell Mann" "Auslaufmodell Mann" - Maria hat es ohne ihn hingekriegt, die Reproduktionsmedizin schafft es ohne ihn, wir sind auf dem Weg zur "vaterlosen Gesellschaft". Mit verheerenden Folgen, meint der Autor. Von Friesen zitiert aus verschiedenen Statistiken, die der amerikanische Anthropologe Tiger zur Untermauerung seiner Schreckensbotschaft heranzieht: egal ob es sich um jugendlichen Suizid, Teenager-Schwangerschaft, Jugendkriminalität oder Drogenabhängigkeit handelt, die Täter bzw. Opfer kommen größtenteils aus vaterlosen Familien. Nach von Friesen erklärt sich Tiger die Angelegenheit als eine Folge der Pille und der damit verbundenen Lockerung der Sexualmoral. Männer könnten sich immer weniger ihrer Vaterschaft sicher sein, während Frauen gleichzeitig immer weniger empfängnisbereit seien. Der "Geschlechterweltkrieg", mit dem von Friesen Tiger zitiert, kann für den Mann nur schlecht ausgehen. Zumal die Welt ohnehin nicht männerfreundlich eingerichtet zu sein scheint: In welcher Schule können Jungs Bäume ausreißen? Paul-Hermann Gruner: "Frauen und Kinder zuerst" Auch der Politikwissenschaftler Gruner wartet laut von Friesen mit Statistiken auf: Frauen verdienen weltweit immer besser, Männer immer schlechter; das männliche Geschlecht wird öfter krank oder psychisch auffällig, stirbt häufiger an Krebs und sowieso früher. Fazit, so von Friesen: "Das Patriarchat tut in erster Linie den Männern schlecht". Die Frauen, besage die These Gruners, müssten indirekt davon profitieren, sonst hätten sie sich schon längst dieses Systems erledigt. Von Friesen zitiert Gruner mit der Aussage, solange es weiter heiße, "Männer sind Versager, Opfer sind weiblich", könne es keine konstruktive Debatte geben. Als Anregung zu einer solchen versteht von Friesen die beiden Bücher, die sie aus Frauensicht "mühsam, aber letztendlich erfrischend" findet. Jovialer Rat der Rezensentin an den Leser: Männer-Power entwickeln.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.09.2000
Eine lustvolle Auseinandersetzung mit den "Schnitzern, Fehlschüssen, Defiziten" der Frauenbewegung hätte sie gerne gelesen, betont die Rezensentin Birgit Weidinger. Darum aber handle es sich bei Paul-Hermann Gruners Polemik nicht. Stattdessen nichts als männliches Selbstmitleid, einseitige Polemik und "steinzeitliche" Argumente. Die Medien und Institutionen der heutigen Gesellschaft, so wohl die Grundthese des Buches, bevorzugen immer die Frauen, die wiederum eigentlich noch nicht einmal Karriere machen wollten. Also ruft Gruner zur Selbstermächtigung der Männer auf - und die Rezensentin kommt zu dem Schluss, dass diese Streitschrift bestenfalls als Anschauungsobjekt zum Thema "Die Empfindlichkeit des Mannes" taugt.
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12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen







