Pascal Quignard
Die amerikanische Besatzung
Roman

Kowalke und Co. Verlag, Berlin 2000
ISBN 9783932191114
Gebunden, 210 Seiten, 19,94 EUR
ISBN 9783932191114
Gebunden, 210 Seiten, 19,94 EUR
Klappentext
Aus dem Französischen von Jörg Aufenanger.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.08.2000
Joseph Hanimanns Besprechung beginnt mit der Beschreibung einer Enttäuschung. Eine üppige Selbstmordszene entpuppt sich als sehr viel undramatischer als zunächst gedacht. Denn: so eine "werthersche Szene" würde sich Quignard nie erlauben. Dann wandert der Rezensent durch das Buch, das immer wieder zum Historienroman, zur Schilderung "epochaler Grundbefindlichkeit" aushole, dann aber bloß "überschwappende Sinnbildfülle" und "parabolische Andeutungskunst" hervorbringe. Wir erfahren, das Quignard in der französischen Gegenwartsliteratur durchaus seinen Platz habe, auch weil er "durch eine Art subtil komponierter Metaliteratur voller Andeutungen" zu bestechen wisse. In diesen Roman allerdings fallen Namen und Jahreszahlen "trocken, spröde, ja dumpf" in den Fluss der Erzählung und machen aus dem Roman "zähflüssige Featureliteratur", konstatiert Hanimann. Auch die Übersetzung findet er reichlich "knarrend".
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.07.2000
So haben wir ihn gerne, einen lobenden, wohlwollenden und kenntnisreichen Rezensenten. Großes Lob von Christoph Vormweg für den kleinen Verlag, der als Auftakt für seine "Französische Reihe" einen Autor präsentiert, der hierzulande eine unbekannte Größe ist. Noch mehr Lob für dessen Pubertätsroman "Amerikanische Besatzung", der ohne Pathos ein Kapitel französischer Nachkriegsgeschichte aufrollt und dabei die "Ortlosigkeit der Heranwachsenden", ihre Suche nach Identifikation oder - zitiert Vormweg Quignard - nach "Glaubensnahrung" schildert. Die finden sie in der Kultur der amerikanischen Besatzer, die ja in Wahrheit politisch und militärisch Verbündete sind, von der älteren Generation aber als Symbol fortgesetzter Schmach und Besatzung empfunden wird. Daraus entspinnt sich eine traurige, ja tragische Geschichte einer in die Brüche gehenden Jugendfreundschaft,
die, lobt Vormweg, nie larmoyant erzählt wird.
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