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Klappentext
Übertragen von Fritz Vogelsang und Rudolf Wittkopf. Vorwort: Octavio Paz. Der letzte Gedichtband, den Octavio Paz veröffentlicht hat, kann als sein lyrisches Vermächtnis betrachtet werden - es sind Denkbilder einer Epoche, Bruchstücke einer großen Konfession, es ist die Summe seiner Poesie. Fünf lange Poeme - die berühmten Gedichte "Sonnenstein", "Weiß", "Nachtstück von San Ildefenso", "Noch einmal durchwacht" und "Charta des Glaubens" - hat Paz gegen Ende seines Lebens in einem Band zusammengestellt und mit pointiert kurzen Gedichten, "winzigen Irrlichtern", eingefasst und kontrastiert. Entstanden ist ein Ganzes, dass die Gestalt eines Fächers oder fünfarmigen Deltas bietet. In dieser Komposition zeigt sich, daß Octavio Paz mit seinen langen Gedichten eine von Walt Whitman über Ezra Pound und Pablo Neruda führende Tradition der Moderne produktiv fortführte: die des hymnischen Gedichts, Anrufung des Lebens, Evokation des erfüllten Augenblicks. Das Gedicht wird zu einer "Folge intensiver Momente, die nicht so sehr durch das Erzählte verbunden werden als vielmehr durch das Schweigen, die Auslassungen", wie Paz in seinem Vorwort schreibt.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.08.2000
Hans-Jürgen Schmitt erzählt die Vorgeschichte des Bandes, dass nämlich jemand vom "Circulo de Lectores" (Bertelsmann) in Barcelona dem Dichter zum 80.Geburtstag einen Jubiläumsband aus den vier bei Suhrkamp erschienenen Langgedichten vorschlug. Paz wollte ein fünftes dabeihaben - neben "Sonnenstein", "Weiß", "Nachtstück von San Ildefonso" und "Von der Kladde zur Klarheit" noch "Charta des Glaubens". Die Zahl fünf war wichtig, da sie sich zusammensetzt aus der 3 als "Zahlensymbol unserer Kultur" und der 2 als Symbol des Ursprungspaars. So also ist das "Delta" zu seinen fünf Armen gekommen, und als Einführung und Abschluss gibt es Kurzgedichte dazu. Schmitt weist darauf hin, dass die Langgedichte ("Von der Kladde zur Klarheit" ist umbenannt in "Nocheinmal durchwacht?) weniger schwer zu lesen sind als gemeinhin angenommen, man müsse sie nur als "Wanderung" begreifen. Aus "Sonnenstein" und "Nachtstück von San Ildefonso" zitiert er, gibt gewissermaßen Proben seiner eigenen Wanderung, um Paz als "bis heute unerhört modern und unentbehrlich" zu zeigen. Dieser Band, so Schmitt, liest sich als "poetisches Vermächtnis" des 1998 gestorbenen Dichters.
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