Bücherschau der Woche
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Klappentext
Gregor Schattschneider ist vierzig geworden, und das Leben hat, obwohl er heftig daran zweifelt, noch eine Menge zu bieten: die (Fast-) Freundin Mascha, genügend Aufträge als Webetexter, alte und neue Regalheiligtümer und die geheimnisvolle Marietta, die seine sorgsam arrangierte Welt mit einer einzigen Ohrfeige heillos aus den Fugen geraten läßt.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.04.2000
Ob Politycki den Roman noch geschrieben hätte, wenn er etwas vom Spott seiner späteren Rezensentin Beatrix Langner geahnt hätte? Sie lässt an "Ein Mann von vierzig Jahren" kein gutes Haar. Schon der Titel sei "reichlich plagiativ" (sie spielt wohl auf Balzacs Erzählung "Eine Frau von dreißig Jahren" an). Den philologischen Apparat mit Fußnoten und Kommentaren, mit dem der Autor Gregor Schattschneiders Geschichte aufpoliert, findet sie unlesbar - sie vermutet, dass er allenfalls von Rezensenten zur Kenntnis genommen wird. Und Gregor Schattschneider (der ja schon in Polityckis "Weiberroman" die Hauptrolle spielte) sieht für die Rezensentin ungefähr so lächerlich aus "wie Hamlet an einer Kaufhaus-Minibar".
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 23.03.2000
Das ätzt und ächzt in der Kritik von Jörg Albrecht: "mindestens so subtil wie Ulrich Wickert" sei das sich "höchst ironisch und doppeldeutig" gebende Textkonvolut von Matthias Politycki, einer willkürlich durch den Computer gejagten Ansammlung von biographischen Aufzeichnungen. Da saß der Autor wohl häufiger in der Kneipe, hat geschrieben, alles fein säuberlich aufbewahrt, später eingegeben und seinem Hang, nichts wegschmeißen zu können, fatalerweise nachgegeben - meint jedenfalls Albrecht. Vorab im Internet veröffentlicht, hat Politycki bereits über sein Buch Schwergewichtiges verbreitet. Dazu unser Rezensent: "Theorie macht sich immer gut. Vor allem, wenn die Praxis in die Hose geht".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 22.03.2000
Die kleinen Wörter, die Rezensent Friedhelm Rathjen aus Polityckis neuem Roman pickt, zum Beispiel "Fastfreundin", "normale Ganzkörperbeziehung" oder "bekennende Nichtschickeria" lassen bereits das Aroma dieses Buches ahnen. Mit dem Ton der ironischen Nacherzählung bringt Rathjen dann liebevoll Details aus dem reifen Männerleben des Romanprotagonisten in den "immergleichen Bahnen zwischen immergleichen Alkoholika und immergleichen Lokalitäten" zur Kenntnis. Politycki sei ein Autor, der auf dem "Höhepunkt seines Könnens" schreibe, findet der Rezensent. Etwas bißchen enttäuscht ist er dann doch, daß Polityckis Buch eigentlich bloß die Themen aus dem letzten Buch weiterstrickt. Jedoch: "Ein gutes Replikat ist womöglich besser als ein schlechtes Original".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.03.2000
Kristina Maidt-Zinke weist zunächst darauf hin, dass es sich bei diesem Roman um eine Fortsetzung von "Weiberroman" handelt. Diesmal stehe allerdings eine einzige Frau, Marietta, im Zentrum von Gregor Schattschneiders komischen Liebesabenteuern. Wieder arbeite Politycki mit den parodistischen Mitteln einer "historisch-kritischen Gesamtausgabe" mit Anmerkungsapparat und allem Drum und Dran - was Maidt-Zinke allerdings eher zu den enervierenden Marotten des Autors zählt. Dennoch hat Polityckis "Damen-Dialektik" sie auch bei diesem Roman wieder prächtig amüsiert, zumal Politycki hier auch "zwei real existierenden Verlagslektoren unvergessliche Auftritte verschafft". Am Ende deutet die Rezensentin eine denkbare Fortsetzung an. Diesmal wünscht sie sich aber, dass es nicht mehr um den alternden und konsequent nutzlosen Schattschneider gehen möge, sondern um einen kleinen Jungen, zu dem er in "Ein Mann von vierzig Jahren" eine "zart keimende Sympathie" fasst.
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