Aus dem Finnischen von Eike Fuhrmann. Virtanen liebt Tango über alles. Außerdem liebt er aber auch den griechischen Philosophen Platon, und von Platon stammt die Äußerung, dass die Frau mit 24 reif für den Geschlechtsakt ist und der Mann mit 35. Virtanen steht kurz vor seinem 35. Geburtstag, und um Platon zu besiegen, hat er sich geschworen, noch ein Jahr länger, bis zu seinem 36. Lebensjahr, unberührt zu bleiben. Ein Gelübde, das in denkbar großem Widerspruch steht zu Virtanens leidenschaftlicher Art und Weise, den Finn-Tango zu tanzen. Und die Frauen, die Virtanen in den Tanzlokalen kennenlernt, reagieren wenig verständnisvoll und mit zunehmenden Hassgefühlen auf Virtanen. Als Virtanen schließlich die rechtschaffende Anja trifft und sich sogar in sie verliebt, kommt es zur Katastrophe.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 22.08.2001
Spleenig und burlesk ist er, der literarische Humor der Finnen, weiß Rezensent Aldo Keel. Auch der neue Roman von M. A. Numminen um den leidenschaftlichen Tangotänzer Virtanen biete einiges an eigenwilligem Humor auf. Geradezu Abgründe tun sich dem Rezensenten unter Numminens "derbem Männerwitz" auf. Denn nicht nur erzähle der Autor die Geschichte des finnischen Tangos, sondern auch von den Nöten seines Protagonisten, sein Keuschheitsprinzip bis zum 36. Lebensjahr durchzuhalten. Der Tango nämlich vermittelt dem Helden eine Ahnung vom "Geschlecht", und da könne er sich nur, sein Begehren mit der Peitsche züchtigend, pervers entwickeln. Der Rezensent sieht Numminen hier in der Tradition der finnischen Autoren vom Anfang des 20. Jahrhunderts, "die ihren Leichtsinn nur verschämt zu genießen wagten".
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