Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Aus dem Niederländischen von Marlene Müller-Haas. "Ich verließ meine Schwester und bleichte mir die Haare." Dieser Satz beschreibt die letzte Begegnung zweier Schwestern während des Zweiten Weltkrieges in einem Haus in Amsterdam. Die eine beschließt, in einem Versteck in der Großstadt unterzutauchen, während die andere, Bettie, auf den rechtzeitigen Sieg über das Böse vertraut. Betties Leben hat in Auschwitz ein grausames Ende gefunden. Daran denkt ihre Schwester, als sie viele Jahre später wieder am Wedemerplein steht. Die Bitte ihrer Schwägerin Eva hat sie hierhergeführt, denn Evas Familie hatte vor der Deportation ihren Nachbarn die Dinge zur Aufbewahrung anvertraut, nach denen sich Eva heute noch sehnt, vor allem nach einer filigranen blauen Schüssel, auf der Vögel abgebildet sind, die in die Freiheit fliegen. Die Bemühungen, diese Schüssel wiederzuerlangen, öffnen den Weg zurück in die Vergangenheit. Die Reaktionen der Betroffenen zeigen in erschreckender Deutlichkeit, wie sehr das, was damals geschah, auch heute noch zur Realität gehört
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.09.2000
Sehr berührt, fast erschüttert von dieser Geschichte zweier Schwägerinnen, die sich Jahrzehnte nach dem Holocaust wiederfinden und sich bis dahin für die jeweils einzigen Überlebenden ihrer Familie betrachtet hatten, schreibt Klara Obermüller über dieses Buch. Nicht als Richtende käme Margo Minca daher, stellt die Kritikerin erleichtert fest und beschreibt sehr einfühlsam ein paar Details des Buches, die aufs Ganze schließen lassen. Und dies Ganze hat viel mit dem "seltsam Schwebenden, Ungewissen und Inkohärenten" von Erinnerung zu tun, das nach Meinung der Rezensentin auch Marga Mincos Erzählweise kennzeichne.
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