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Magarditsch Hatschikjan, Stefan Troebst
Südosteuropa
Gesellschaft, Politik, Wirtschaft, Kultur. Ein Handbuch
Klappentext
Das Handbuch bietet eine Darstellung und Analyse der Bedingungen, Strukturen, Strömungen und Fragen, die die Region Südosteuropa prägen. Wer sich über Gemeinsamkeiten und Unterschiede, über die Region als Ganzes oder über einzelne Themenbereiche - etwa: historische und strukturelle Hintergründe, Sozialstrukturen, Modernisierungsansätze, Nationalitäten, Kirchen, politische und Verfassungssysteme, Staatenlandschaft, Außenpolitik, Wirtschaftsordnungen, Wirtschaftspolitik, Kultur, Medien oder Bildungswesen - informieren will, erhält hier Auskunft.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 10.08.2000
In einer Doppelrezension empfiehlt Rolf Paasch zwei Handbücher, die sich mit der Geschichte des Balkans befassen. In beiden Bänden wird, wie er betont, Licht auf die Geschichte und Kultur dieser Gegend geworfen, was dazu beitrage, mit Vorurteilen und Klischees wie "Krisenregion" und "Pulverfass" aufzuräumen.
1.) Dunja Melcic (Hrsg.): "Der Jugoslawien-Krieg" (Westdeutscher Verlag)
Paasch räumt zwar ein, dass ihm die Beiträge dieses Buchs bisweilen ein wenig "voreingenommen" erscheinen, das bedeute jedoch nicht, dass es sich um eine einseitige Sichtweise handele. Zahlreiche Beiträge hebt er als besonders gelungen und aufschlussreich hervor, so beispielsweise Latinka Perovics Beitrag über Serbien bis 1918, Ivan Colovics Text über "Symbolfiguren des Krieges" oder Ivo Zanics Text über "Nationale Symbole zwischen Mythos und Propaganda". Großes Lob äußert er auch über Matthias Vetters "Chronik des Kosovo-Krieges", allerdings bedauert es Paasch, dass diese erst mit dem Jahr 1986 beginnt und nicht - wie er selbst es bevorzugt hätte - mit dem Jahr 1981. Insgesamt lobt er den essayistischen Stil der Beiträge, der nicht zuletzt zur guten Lesbarkeit des Bandes beitrage.
2.) Magarditsch Hatschikjan, Stefan Troebst (Hrsg.): "Südosteuropa" (C.H. Beck)
Nicht nur Jugoslawien, sondern ganz Südosteuropa steht im Blickfeld der Autoren dieses Buchs, betont Paasch. Auch hier hebt der Rezensent einzelne Beiträge gesondert hervor, so zum Beispiel Troebsts Text über die "Politische Entwicklung der Neuzeit", in der der Autor den Nationalismus in der Region vor allem mit dem misslungenen Anschluss an die Moderne begründet. Insgesamt lobt der Rezensent, dass in dem Band Aufschluss über die politischen, kulturellen und gesellschaftlichen "Bedingungen, Kräfte und Strukturen" der Region gegeben wird. Lediglich der trockene Wissenschaftler-Duktus in der Darstellung stört ihn ein wenig.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.03.2000
Trotz einiger kleiner Schwächen fällt die Beurteilung dieses Handbuches bei Peter Rehder durchaus positiv aus. Er hält es sogar für geeignet, politischen, militärischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträgern zu besserem Verständnis für dieses Region zu verhelfen. Wichtig sei es aber auch, die "vielfältigen Tiefenstrukturen" zu verstehen - ein Anspruch, den dieser Band auch in länderübergreifender Hinsicht erfülle. Rehder hebt darüber hinaus das hohe wissenschaftliche Niveau hervor, die Ausgewogenheit in kritischer Hinsicht sowie die gute Lesbarkeit. Anschließend spricht der Rezensent zahlreiche Themen (z. B, Christianisierung, Staatenbildungen, Nationalismus, Bildungs- und Verkehrspolitik, Staatssysteme) an, um fast in allen einzelnen Punkten lobende Zustimmung zu äußern. Dies gilt auch für die von den Autoren geäußerte Überzeugung, dass vor allem das Bildungswesen und unabhängige Medien für die Stabilisierung Südosteuropas in Zukunft von erheblicher Bedeutung sein werden. Rehder lobt auch die Ausstattung des Bandes: die Bibliografie ("eine wahre Fundgrube"), die statistischen Informationen und das Register.
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