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Klappentext
Aus dem Englischen von Andreas Jandl. "Unter den Augen des Löwen" erzählt am Beispiel einer Familie die blutigen Umbrüche im Äthiopien der 1970er Jahre. Während furchtbare Hungersnöte den Norden des Landes heimsuchen, wächst in der Landeshauptstadt Addis Abeba der Widerstand gegen den alten Kaiser Haile Selassie. Dawit, der Sohn des bekannten Arztes Hailu, schließt sich gegen den Willen des Vaters einer revolutionären Studentengruppe an. Als der Kaiser 1974 tatsächlich gestürzt und die jahrhundertealte Monarchie gewaltsam abgeschafft wird, kommt eine kommunistische Gruppierung an die Macht, die das Land in einen verheerenden Bürgerkrieg führt. In den Kriegswirren gerät Hailu in Schwierigkeiten, als ein Folteropfer unter seiner Hand verstirbt, das der politischen Führung noch wertvolle Informationen hätte preisgeben sollen.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.01.2013
Als Aufruf zur Empörung und Hinweis darauf, dass die Revolution nach wie vor ihre Kinder frisst, liest Sabine Berking den Roman der aus Äthiopien stammenden Autorin Maaza Mengiste, die in diesem Buch eigene Erfahrungen um Zeitzeugenberichte ergänzt, um ihre Geschichte von der gescheiterten Revolution gegen den Diktator Haile Selassie und den Verstrickungen ganz normaler Bürger ins System, in Macht und Unrecht, zu erzählen. Den Plot findet Berking geschickt arrangiert, die politischen wie emotionalen Nöte der Menschen im Unrechtssystem sieht sie gelungen geschildert. Gelegentliche Schwarzweißmalerei kann die Rezensentin der Autorin nachsehen.
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