Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
1593 ist London eine aufregende, unruhige Stadt. Ein verzweifelter Ort, bedroht von Krieg und Pest. Fremde sind hier nicht willkommen, aufgespießte Köpfe grinsen von der Tower Bridge. Der Stückeschreiber, Poet und Spion Christopher Marlowe hat noch drei Tage zu leben. Drei Tage, in denen er mit gefährlichen Regierungsvertretern konfrontiert wird, die ihr eigenes Süppchen kochen, mit Doppelagenten, mit Schwarzer Magie, mit Verrat und Rachsucht. Drei Tage, in denen er den mörderischen Tamburlaine sucht, einen Killer, der seinem eigenen, äußerst gewalttätigen Theaterstück entsprungen zu sein scheint. "Tamburlaine muss sterben" ist die abenteuerliche Geschichte eines Mannes, der Kirche und Staat herausfordert und entdeckt, dass es Schlimmeres gibt als die Verdammung.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.05.2005
Düster, schwarzromantisch und zynisch findet Rezensent Martin Halter diesen historischen Thriller, Literaturkrimi und Sittenroman über die letzten zweiundsiebzig Stunden im "kurzen Leben des tollwütigen Genies" Christopher Marlowe, beschrieben aus dessen eigener Sicht. Der Rezensent hat sich augenscheinlich mit großem Genuss in die "stinkenden Eiterbeule" London geworfen, als die Louise Welsh die elisabethanische Metropole beschrieben hat. In den Kneipen und Bordellen sah er Spitzel, Spitzbuben und Teufelsbeschwörer sich tummeln. In einer Schenke werde Marlowe am Ende grausam umgebracht. Als Drahtzieher präsentiere die Autorin Sir Walter Raleigh, der gefährlichen Enthüllungen des blutrünstigen Dramatikers vorbeugen wollte, der Halter zufolge im Nebenberuf außerdem Spion gewesen ist. Der Rezensent genießt jeden Zug aus diesem Horror-Humidor und gibt außerdem mit Beglückung zu Protokoll, dass die britische Autorin nicht nur mit knappen Worten sämtliche Furien in Marlowes Brust zu beschwören verstehe, was das "ordentlich übersetzte Buch" aus seiner Sicht zu einer Künstlernovelle macht, sondern dabei auch die leiseren Töne elisabethanischer Gossenpoesie beherrsche.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.03.2005
Rundum zufrieden ist Rezensent Rolf-Bernhard Essig mit Louise Welshs Roman über die letzten Tage des englischen Dramatikers Christopher Marlowe. Welsh sei nicht die Erste, die sich an Marlowes gewaltiger Existenz berausche, hält Essig fest, und sie sei nicht die Schlechteste. Den Roman fasst er insgesamt unter die Kategorie "gekonnt" - was er als eine "angemessene" und "durchaus nicht abschätzig gemeinte Bezeichnung für ihren Roman" verstanden wissen will. "Gekonnt" stelle Welsh Spannung her durch Vorausdeutungen, Vorhalte, diskrepante Information, Rätsel; "gekonnt" baue sie die Dialoge; in "gekonnter Thrillermanier" beginne sie mit Idyllischem und Sex und ende mit einem Showdown im Theater; "gekonnt" wähle und schildere sie die Schauplätze; "gekonnt" findet Essig schließlich, wie Welsh im Historischen unaufdringlich Parallelen zu heute aufscheinen lässt. "Da sie auch noch die Recherche ernst genommen hat und sich im Literarischen nicht mit dem Genie ihres Helden messen will", resümiert der Rezensent, "folgt man gut unterhalten Welshs Version von Marlowes rätselhaftem Sterben".
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