Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Um das Jahr 1978 spielt Lothar-Günther Buchheims neuer Roman, der von einem dreifachen Abschied erzählt: Abschied von der "Otto Hahn", dem einzigen Schiff unter deutscher Flagge, das mit Nuklearenergie betrieben wurde. Buchheim begleitete das Schiff auf seiner letzten Fahrt von Rotterdam nach Durban. Kapitän an Bord ist der "Alte", Buchheims einstiger Kommandant auf U 96, dem legendären "Boot". Und auch die beiden Männer nehmen Abschied voneinander. Zuletzt ist diese Reise Lothar-Günther Buchheims Abschied von der See, und seine Beschreibung von Wolken und Wind, Licht und Wasser lassen ahnen, dass es ein schwerer Abschied ist.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 16.11.2000
Jochen Jung lässt kein gutes Haar an diesem vom Verleger ehrenhalber "Roman" getauften Buch, das Buchheim als Reportage verkauft, die, so sagt unser Gewährsmann, für eine Reportage viel zu langweilig ist. Der Autor hat sich nach Durban in Südafrika eingeschifft, wo er, was die Reportage angeht, nie ankommt, da die Fahrt wohl doch zu wenig hergab oder weil er sich mit dem Kommandanten lauter olle Kamellen erzählt hat und dann - ja, dann waren die 599 Seiten eben voll. Beschreibungen seien Buchheims Stärke nicht, meint Jung, Teile seiner sogenannten Reportage läsen sich wie die Gebrauchsanweisung für Nuklearschiffe. Die Natur komme so farblos daher wie der immergraue Himmel auf See, und auf die erzählten Anekdoten und Schoten von früher folgten lauter originelle Aussprüche wie `Mach Sachen`. "Und dann sagt Buchheim "`Klar wie Kloßbrühe`, und wir sagen gar nichts mehr", schließt der Rezensent.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.09.2000
Mehr als 100.000 Vorbestellungen verzeichne Buchheims jüngstes Buch, weiß Hans Christian Kosler. Der Roman verfahre nach bewährtem Muster von Buchheims vorhergehenden Büchern: eine sentimentale Schiffsreise mit dem gleichen Personal (Buchheim selbst und der "Alte"), die diesmal in den 70er Jahren stattfindet und darum Anlass zum "Dauernörgeln" gewährt, wie Kosler berichtet. Denn früher sei alles besser gewesen, sprich: hierarchischer, die Schiffsbesatzung war mental noch nicht verbeamtet und die Offiziersfrauen trugen keine Lockenwickler zur Schau. Gespickt sei die Erzählung mit Erinnerungen der beiden Kriegsveteranen, und da ihnen irgendwann der Stoff ausgehe, schreibt Kosler, flechte Buchheim noch einige Anekdoten aus der Nachkriegszeit ein, als er in Feldafing von den Amerikanern zum Polizeichef ernannt wurde. Zweifel an der vollen Wahrheit dieser Geschichten seien angebracht, lässt Kosler durchblicken - Sie können ja schon mal das nächste Buch vorbestellen.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.09.2000
Der späte Kramberg schreibt mittlerweile ähnlich erratisch wie der späte Augstein, aber dass der neue "Antiroman" von Lothar-Günther Buchheim sich "besterdings wahnwitzig spannend" liest, darf man wohl als positives Fazit verstehen. Ansonsten wird breit aus dem Roman zitiert und die Handlung, wenngleich nur bedingt nachvollziehbar, rekapituliert und ein wenig philosophiert: "Alle Vorgänge sind austauschbar. Alle Grundsätze auch". Und neugierig macht auch, dass aus diesem Roman etwas über "das Reglement der Unordnung" zu lernen ist.
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