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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Lorenz Schröter

Mein Esel Bella oder Wie ich durch Deutschland zog

Roman

Cover: Mein Esel Bella oder Wie ich durch Deutschland zog

Rotbuch Verlag, Hamburg 2000
ISBN-10 3434530592
ISBN-13 9783434530596
Gebunden, 149 Seiten, 14,32 EUR

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Klappentext

Ein Abbild Deutschlands, gesehen vom Rücken der Eselin Bella aus. Was Lorenz Schröter auf seiner Deutschlandreise erlebt hat, hätte wohl nur Bella besser erzählen können. Aber Esel haben ja auch einen größeren Kopf. Über Stock und Stein, durch Welder und Felder reitet Lorenz Schröter wochenlang quer durch Deutschland, vom Rhein bis an die Elbe. Auf dieser ungewöhnlichen Reise trifft er allerhand interessante Menschen, aber auch sich selber - und so entsteht quasi en passant ein manchmal komisches, manchmal ganz schön trauriges Zeitbild dieses unseres Landes. Die Lektüre wird den Lesern die Tränen in die Augen treiben, vor Weinen, aber auch vor Lachen. Warum er diese Reise macht? Es geht ihm um das Erlebnis einer Reise. Die Welt durch die Augen eines Esels zu erleben, ist für ihn ein neues Medium. »Als ob ich durch ein buntes Glas schaue.« Und was hätte Bella zu alldem gesagt?

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.01.2001

Etwas gemischt fällt Andreas Nentwichs Urteil über diese Reisebeschreibung von Lorenz Schröter aus. Der war im Sommer 98 auf einem Esel durch Deutschland gereist. Einerseits hat Nentwich offensichtlich schon Spass an Schröters Beschreibungen der deutschen Provinz und erkennt darin auch eine trostlose Realität wieder, "gefangen in angstbesetzter Saturiertheit, abwaschbar, steril und vermauert", andererseits stört ihn bisweilen dessen Art, permanent seine Meinung kundzutun. Er attestiert Schröter "eine Bekennerlust, die sich bisweilen sehr an die Untiefen privater Verständigungstexte verliert" und im Persönlichen stecken bleibt, statt sich am gewählten Thema abzuarbeiten. Trotz dieser Schwachpunkte findet der Rezensent in dem Buch allerlei Interessantes über die "Werktagsseite der sogenannten deutschen Leitkultur". Gelungener findet Nentwich die Momente, wo der Autor über zwei Dinge, von denen er nach des Rezensenten Meinung viel versteht, auslässt: "Lesen und Reisen" und die Parallelen dieser beiden Hobbys.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.10.2000

Dies Buch wird von Rezensentin "ksi" mit einiger Sympathie und doch leicht ironisch kommentiert: "Wer mit dem Esel auf Wanderschaft geht, beginnt eine Reise zu sich selbst". Natürlich wird auch das große Vorbild, R.L. Stevensons "Reise mit dem Esel durch die Cevennen" erwähnt. Aber hier wurde bloß vom Hunsrück nach Magdeburg getrabt, weswegen hier letztlich deutsche Befindlichkeiten am Umgang mit dem Esel gemessen werden. Auch sei der Autor ein begnadeter Lauscher, und die von ihm wiedergegebenen Gespräche lese man mit Vergnügen. Bloß die Frage nach dem Sinn des Lebens und dieser Eselstour, wird von der Rezension dann doch leicht genervt aufgenommen, denn der Tiefsinn bringt Schräglage.

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