Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klaus Wiegrefe
Das Zerwürfnis
Helmut Schmidt, Jimmy Carter und die Krise der deutsch-amerikanischen Beziehungen
Klappentext
Die deutsch-amerikanische Partnerschaft, dieses Musterbündnis der Nachkriegszeit, wies bereits Ende der siebziger Jahre tiefe Risse auf. Schon damals, in der Amtszeit von Bundeskanzler Helmut Schmidt und US-Präsident Jimmy Carter, ging das "goldene Zeitalter" dieser beispiellosen Nachkriegsallianz zu Ende, traten grundlegende Differenzen in der Außen- und Wirtschaftspolitik zutage, begann die Ära einer eigenständigen Rolle Deutschlands in der internationalen Politik. Der Historiker und Spiegel-Redakteur Klaus Wiegrefe rekonstruiert auf breiter Quellenbasis minutiös, wie es zu diesem Tiefpunkt der deutsch-amerikanischen Beziehungen nach dem Zweiten Weltkrieg kam.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.01.2006
Als überaus instruktiv erachtet Wolfgang Hauptmann diese Studie über die Krise der deutsch-amerikanischen Beziehungen 1977-1981, die der Historiker und Journalist Klaus Wiegrefe vorgelegt hat. Der Autor beschreibe nicht nur den Verlauf dieser Krise, sondern arbeite unter Ausschöpfung bisher verschlossener Akten und durch Befragung vieler Zeitzeugen das Exemplarische an diesem Zerwürfnis heraus. Einen wesentlichen Grund für die transatlantischen Verstimmungen sieht Hauptmann im schlechten Verhältnis zwischen Jimmy Carter und Bundeskanzler Helmut Schmidt, der dem amerikanischen Präsidenten vorwiegend mit Skepsis begegnete. Wiegrefe präsentiere hier eine glaubhafte psychologische Wertung der Gründe für die Spannungen im deutsch-amerikanischen Verhältnis. "Seine Studie hilft", resümiert der Rezensent, "die wechselseitige Entfremdung zu verstehen, die im Irak-Krieg so viele negative Schlagzeilen lieferte."
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 08.12.2005
Ein "wichtiger" Beitrag zur Geschichte der deutsch-amerikanischen Beziehungen in der zweiten Hälfte der siebziger Jahre sei Klaus Wiegrefes Analyse fürwahr, meint Hartmut Soell, doch hat er an ihr auch einiges zu bemängeln. Die Beziehung von Jimmy Carter und Helmut Schmidt hatte einen schlechten Start, den der Autor nach Meinung des Rezensenten aber "zu einseitig" dem deutschen Part anlaste. Vielmehr habe Carter keinen Deutschlandexperten in seinem Führungsstab gehabt, was zu einer anfänglichen Vernachlässigung der BRD führte. Zudem beobachtet Soell sowohl bei Carter als auch bei seinem Nachfolger Reagan einen Mangel an Führungsstärke, was die Beziehungen zum "praeceptor mundi" Schmidt weiter belastete. "Gut herausgearbeitet" findet Soell hingegen die grundlegenden wirtschaftspolitischen Differenzen der beiden Länder in dieser Periode.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Erhard Oeser: Das Reich des Mahdi
Mit 33 Abbildungen. 1885 erschütterte die westliche Welt die Nachricht vom Fall der Stadt Khartum und der brutalen ...
Lukas Hartmann: Räuberleben
Geächtet, verteufelt, gejagt das ist das Schicksal des Räuberhauptmanns Hannikel und seiner Familie. Ein historischer ...
Archiv: Bücherschauen
Krisen des modernen Ichs
26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3
07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen
Goncalo M. Tavares: Die Versehrten
19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen
Laszlo Vegel: Sühne
12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen








