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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Klaus-Jürgen Grün

Vom Unbewegten Beweger zur bewegenden Kraft

Der pantheistische Charakter der Impetustheorie

Cover: Vom Unbewegten Beweger zur bewegenden Kraft

Mentis Verlag, Paderborn 1999
ISBN-10 3897850834
ISBN-13 9783897850835
broschiert, 228 Seiten, 39,88 EUR

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Klappentext

Das Buch widerlegt die verbreitete These von der "Mechanisierung des Weltbildes": Historiker der Naturwissenschaften, aber auch Naturphilosophen und Philologen gehen seit mehr als fünfzig Jahren davon aus, es habe eine geradlinige Entwicklung von der scholastisch-aristotelischen Naturphilosophie hin zur Mechanik eines Galilei und Newton gegeben. Am Beispiel der Impetustheorie, die erstmals im 7. und ein zweites Mal im 14. Jahrhundert in Europa auftritt und als Theorie einer bewegenden Kraft die erste wirksame Alternative zur Bewegungslehre des Aristoteles darstellt, entfaltet Grün seinen Widerspruch: In jenen ersten Abweichungen von der Bewegungslehre des Aristoteles ist keine mechanistische Theorie der Natur angelegt. Offensichtlich zeigen jene Konzepte ihre Nähe zu einer Naturphilosophie, die später als Gegenentwurf zur Mechanik konzipiert wird und bereits im Pantheismus Giordano Brunos, vor allem aber später in dem im 18. Jahrhundert von Johann Gottfried Herder begründeten dynamischen Pantheismus zu erkennen ist. Dadurch weist die Impetustheorie, der die Wissenschaftsgeschichte voreilig das Attribut "Vorläuferin der Mechanik" verliehen hatte, voraus auf die pantheistische Naturphilosophie von Schelling, Goethe und Hegel. Die Impetustheorie bildet durch ihren immanenten Kraftbegriff den eigentlichen naturphilosophischen Gegensatz zur mechanistischen Denkweise.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.05.2000

Loris Sturlese gibt sich Mühe, dem interessierten Leser die Impetuslehre, von der diese Habilitationsschrift handelt, zu erklären: "'Impetus' bedeutet im Mittelalter eine 'verliehene Kraft', welche die Bewegung eines Projektils, zum Beispiel eines Steines, verursachen soll, nachdem er sich von der schleudernden Hand gelöst hat". So weit, so gut. Was genau jetzt aber das Missfallen des Rezensenten an Grüns Habilitationsschrift auslöst, bleibt dennoch in der Rezension unverständlich. Klar wird nur, dass es zu diesem Thema bereits einige "Meisterwerke" von Anneliese Maier gibt, an die Grüns Band nicht heranzureichen scheint. Im Gegensatz zu Maier, der es nie gelungen sei, sich zu habilitieren, habe Grün sich nicht die Mühe gemacht, die "unzähligen noch ungedruckten Quellen" zu erforschen.

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