Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Katja Diefenbach, Katja Eydel
belgrad interviews
Klappentext
Mit zahlreichen Fotos.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.04.2001
Raul Zelik kann dieses Buch durchaus empfehlen - jedoch sollte der Leser nicht erwarten, einen "Gesamtüberblick" über die (Sub-)Kulturszene in Belgrad zu erhalten. Doch die "Mosaiksteine", die die Herausgeberin hier zusammen getragen hat, findet Zelik überaus aufschlussreich, weil die Interviews seiner Ansicht nach deutlich machen, wie das Verhältnis von Sub- bzw. Popkultur und Nationalismus sich schon in den achtziger Jahren entwickelte, was nicht zuletzt zum Verständnis dessen beitrage, "was heute im ehemaligen Jugoslawien passiert". Zelik macht dies an zahlreichen Beispielen nachvollziehbar, etwa wenn er darauf hinweist, dass die populäre Sängerin Ceca Velickovic mit dem Anführer der 'Serbischen Freiwilligengarde' verheiratet oder dass der Paramilitär 'Arkan' gleichzeitig Präsident des ehemaligen jugoslawischen Fußballmeisters war. Zwar räumt Zelik ein, dass Diefenbachs Gesprächspartner nicht "repräsentativ für die jugoslawische Gesellschaft" sind, doch das tue der Qualität dieses Bandes insgesamt keinen Abbruch.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 13.02.2001
Hochaktuell erscheint Rüdiger Rossig dieser Interviewband mit Exiljugoslawen, die sich alle mehr oder weniger dem linken Spektrum zurechnen. In den Gesprächen geht es laut Rossig vor allem um die Frage, wie Jugoslawien sich in den vergangenen vierzig Jahren von einer multikulturellen Nation zu dem "ethnonationalen Hexenkessel" von heute entwickeln konnte. Dabei werde die weltoffene Atmosphäre der 60er Jahre wieder fühlbar, so der Rezensent. Später hätten jedoch die kommunistischen Machthaber zwecks Ausschaltung der Opposition die Bevölkerung in Nationalitäten aufgesplittet - ein Umstand, den sich die von der Funktionärskaste instrumentalisierten Nationalbewegungen zunutze gemacht habe. Insgesamt beschleicht Rossig der Verdacht, dass der Ethnonationalismus Jugoslawiens gar keine so antagonistische Entwicklung im europäischen Kontext darstellt, sondern vielmehr eine weitere postmoderne Variante des Populismus à la Haider, Le Pen oder Berlusconi bedeutet und uns Westeuropäern damit viel näher ist als allgemein vermutet.
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