Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Karl-Heinz Ott

Tumult und Grazie

Über Georg Friedrich Händel

Cover: Tumult und Grazie

Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2008
ISBN-10 3455500919
ISBN-13 9783455500912
Gebunden, 317 Seiten, 22,00 EUR

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Klappentext

Zum 250. Todesjahr von Georg Friedrich Händel - ein erzählerischer Essay von Karl-Heinz Ott. Die Oper, London, Kastraten und Diven prägen Händels Welt, aber auch Philosophen, die über der Frage, ob man die Theater verbieten solle, zu Erzfeinden werden. Dieses so kluge wie unterhaltsame Buch über den bedeutenden Komponisten rückt die Musik des 18. Jahrhunderts in den Blick und handelt dabei auch von unserer Gegenwart. Der Schriftsteller Karl-Heinz Ott hat lange als Operndramaturg gearbeitet und zahlreiche Essays über Musik veröffentlicht. Mit seinem Händel-Buch eröffnet er auch dem Laien eine Welt, die über das rein Musikalische weit hinausweist.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.03.2009

Ein barockes Buch! Jürgen Kesting läuft gleich zur heimischen Musikanlage, um den vom Autor mit Verve vermittelten Händel-Enthusiasmus lauschend nachzuvollziehen. Oder läuft er, um den schmerzlich vermissten roten Faden in dieser vielstimmigen Hymne auf Händel zu finden? Karl-Heinz Otts Liebe zu Händel jedenfalls ist Kesting nicht entgangen, ebenso wenig seine nicht selten klischeegestützte Abneigung gegen Bach und Adorno. Auch das ist nicht wenig. Otts Personarium aus Komponisten und Interpreten, Dichtern und Philosophen als Teil einer möglichst perspektivenreichen Rezeptionsgeschichte "gleicht einem Heer", staunt Kesting. Wie schmerzhaft für den Rezensenten, dass er nach einem Namensregister und auch nach einem Literatur- und Quellenverzeichnis wieder vergeblich suchen muss.

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 12.03.2009

Rezensent Jens Jessen fühlte sich nach der Lektüre dieser Händel-Biografie wie ein Schiffbrüchiger, der nach verzweifeltem Kampf mit den Wogen des Wissens sich erleichtert und frierend am Strand wiederfindet und meint, in ähnlicher Lage dort auch dem Autor zu begegnen. Denn dieses großangelegte kulturgeschichtliche Panorama mit dem schönen Titel habe zwar Kapitel aber keine logische Struktur. Zwar bescheinigt Jessen dem Autor eine "stupende Kenntnis" von Händels Werk und seiner Rezeptionsgeschichte. Gern hätte er sich deshalb auch seinem Projekt angeschlossen, diesen Komponisten endlich gegenüber Bach zu rehabilitieren. Allein: Karl-Heinz Otts ständiges Mäandern vom Hölzchen aufs Stöckchen, ohne dann freilich zum Hölzchen zurückzukehren, überschreitet die Frustrationstoleranz des Rezensenten am Ende bei weitem.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.03.2009

Der miserablen Faktenlage zum Trotz hat der Autor ein Buch über Georg Friedrich Händel geschrieben, das den Rezensenten überzeugt. Statt waghalsige Hypothesen bietet Karl-Heinz Ott dem Leser eine essayistische Annäherung an Händels Zeit und Werk, erklärt uns Harald Eggebrecht. Eggebrecht lernt Aufführungsbedingungen kennen und die musikalische und gesellschaftliche Situation zu Händels Zeiten in Rom. Die Vielschichtigkeit von Otts Interesse, sein assoziatives Vorgehen und sein Anliegen, Händels Ära in ihrem Fortwirken auf unsere Gegenwart vorzustellen, reißen den Rezensenten mit. Was ist Barock? Was unterscheidet die Oper vom Oratorium? Und was ist falsch an Adornos Händel-Bild? Das alles und mehr liest Haas hier in wohltuend pathosfreier, doch von Begeisterung für das Sujet erfüllter Formulierung.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 29.12.2008

Zwei neue Biografien des Komponisten Georg Friedrich Händel bespricht Hans-Jürgen Linke gleichermaßen wohlwollend, wobei er keinen Zweifel daran lässt, dass ihr Erscheinen zuvörderst Händels zweihundertsten Todestag zu verdanken ist. Denn die Kenntnise über den Komponisten sind noch immer so spärlich, dass sie allenfalls eine lebendige Skizze seines Lebensweges ergeben könnten. Karl-Heinz Otts Darstellung sieht Rezensent Linke denn auch weniger im Faktischen als im Essayistischen brillieren. Bereichert sieht sich Linke hierbei von musikhistorischen und kulturgeschichtlichen Reflexionen.

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