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Klappentext
Die Kontrolle des Films ist so alt wie das Medium selbst. Bereits im Kaiserreich fürchteten Politiker, Publizisten und Pädagogen die manipulative Macht, die der Film gegenüber der "Masse" zu besitzen scheint. Daran änderte sich auch nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst wenig. In Westdeutschland entstand 1949 unter dem Druck der Amerikaner die "Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft" (FSK), die bis heute alle auf die Kinoleinwand kommenden Filme kontrolliert. Zensur erschließt sich jedoch weder durch den Blick allein auf die FSK noch dient der Begriff als Kampfvokabel. Wer Filme in welcher Form zu sehen bekam, war das Ergebnis eines komplexen Zusammenwirkens von moralischen Ansprüchen, politischen Ambitionen und wirtschaftlichen Interessen. Die Analyse dieses komplexen Gefüges zeigt, wie grundlegend sich gesellschaftliche Ordnungsentwürfe und die Vorstellungen von den "Grenzen des Zeigbaren" zwischen Nachkriegszeit und Wiedervereinigung geändert haben. Doch erweist sich gerade bei der Videodebatte der achtziger Jahre, dass sich dieser Wandel nicht alleine als Liberalisierung oder Aufhebung der Normen deuten lässt.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.05.2010
Als sehr aufschlussreich lobt Thorsten Gräbe Jürgen Knieps Studie zur westdeutschen Filmzensur von 1949 bis 1990. Intensiv befasse sich der Autor mit Einrichtung und Zusammensetzung der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) und lege beispielsweise detailliert die Hintergrunddebatten zu Willi Forsts Film "Die Sünderin" dar, der 1951 zum Skandal wurde und an dem die FSK fast gleich wieder auseinandergebrochen wäre, wie der Rezensent berichtet. Insbesondere wie der Autor den zeitgeschichtlichen Kontext und die Entwicklung des Jugendschutzes mit der Film- und Medienwelt verknüpft, findet Gräbe sehr erhellend, und er lobt, dass Kniep das Thema damit nicht zuletzt aus der einseitigen Sicht der Zensur als bloßem staatlichen Instrument der Restriktion löst.
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