Aus dem Amerikanischenvon Michael Bayer. In der Abenddämmerung des 22. April 2004 fällt Pat Tillman, 27, auf einem Bergpass im Südosten Afghanistans. Er ist der berühmteste Freiwillige der US-Armee, ein Held wie aus dem Bilderbuch. Der Profifootballer hatte 2002 einen Millionenvertrag für die National Football League abgelehnt, um mit seinem Land gegen den Terror zu kämpfen. Jon Krakauers Reportagen spüren Männern nach, die für ihre Ideale alles aufs Spiel setzen, selbst ihr Leben. In Pat Tillman porträtiert er einen unangepassten jungen Mann, der im Sport wie im Militär die Gemeinschaft sucht und doch seinen eigenen Regeln folgt. Wie kein anderer schildert Krakauer menschliches Ringen in existenziellen Situationen, in denen Richtig und Falsch, Freund und Feind nicht leicht zu unterscheiden sind.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.11.2009
Nicht ohne Verdienst, aber doch problematisch findet Rezensent Tobias Rüther diese engagierte Recherche des Bestsellerautors Jon Krakauer. Der Fall, den er hier schildert, ist ein veritabler Skandal: Der Profifootballer Pat Tillman meldet sich freiwillig zum Krieg und kommt in Afghanistan ums Leben. Nicht durch den Feind allerdings, sondern im "friendly fire" der eigenen Seite. In der US-Propaganda stellt sich das freilich ganz anders dar. Sie erklärt den Soldaten – übrigens sogar gegen dessen vor seinem Tod erklärten ausdrücklichen Willen – zum Helden und unterdrückt mit Macht die wahren Vorgänge. Wie Krakauer diese Wahrheit nun schildert und damit die Lüge sichtbar macht, daran hat Rüther prinzipiell nichts auszusetzen. Allerdings gehe Krakauer dabei zu weit, wenn er nun seinerseits Tillman zum "homerischen Helden" stilisiere und dabei überreichlich eigenes "Pathos" produziert.
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