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Aus dem Archiv
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Klappentext
Bestseller-Autor Joachim Fest hat neben seinen erfolgreichen historischen Sachbüchern auch ein beeindruckendes essayistisches Werk hinterlassen. Seit den sechziger Jahren war er mit seinen Aufsätzen und Artikeln eine der einflussreichsten Stimmen in der deutschen Öffentlichkeit. Ein Jahr nach Fests Tod präsentiert dieser Band seine wichtigsten Beiträge, die über die Jahre an verschiedenen Orten erschienen sind.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.12.2007
Rezensent Henning Ritter musste, wie er selbst bekennt, erst einmal einen gewissen Schwindel überwinden, als er diese Essays und Leitartikel Joachim Fests in die Hand nah, so frappierend aktuell erscheinen sie ihm, etwa wenn es um die "Manie der Reformen" geht, die Fest schon im Jahr 1975 schreckte. Doch auch die Essays zur Gegenwärtigkeit Hitlers oder zum Desinteresse der Historiker am Menschen haben für den Rezensenten offenbar nicht an Dringlichkeit verloren, wobei er den Text "Gedanke und Tat" für seinen bedeutendsten geistesgeschichtlichen Essay hält. Und natürlich zitiert er auch genussvoll Fest selbstbewussten Konservatismus, wonach die Gesellschaft zur "Rechtfertigungsideologie von Unterlegenen, die es bleiben wollen" geworden sei.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.10.2007
Kurt Kister begrüßt diesen Band, der Essays des Publizisten Joachim Fest zu Politik und Geschichte versammelt. Gleichwohl weist er darauf hin, dass ein Teil des Buchs aus Leitartikeln besteht. Diese scheinen ihm als tagesaktuelle Texte trotz ihrer Qualität naturgemäß nicht immer von größten Interesse. Spannender ist da seines Erachtens ein ebenfalls in diesem Jahr erschienener anderer Band mit Essays von Fest, "Bürgerlichkeit als Lebensform". Allerdings findet Kister auch in dem "Utopien"-Band bemerkenswerte Aufsätze. Er nennt in diesem Zusammenhang insbesondere Fests Auseinandersetzung mit der 68er-Revolte "Das Dilemma des studentischen Romantizismus" von 1968.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.10.2007
Die Essays von Joachim Fest, die in diesem Band aus dessen Zeit als FAZ-Herausgeber zwischen 1973 und 1993 versammelt sind, weisen abhängig von ihrer Funktion unterschiedliche Halbwertzeiten auf, meint der hier rezensierende Neuzeithistoriker H. D. Kittsteiner. Während er die "Leitartikel und Kommentare", die eine Abteilung des Bandes ausmachen, fast wortlos übergeht, weil sie Leser von heute ohne eigenen Kommentar kaum mehr verständlich seien, findet er die "Politischen Essays" und die "Historischen Porträts und Betrachtungen" weit fesselnder. Hervorhebenswert scheint dem Rezensenten Fests Text von 1991 zum Ende der Utopien, wobei er allerdings einwendet, dass eine Gesellschaft ohne Utopien wohl als utopisch zu betrachten sei. Fests Porträts von Hegel, Jacob Burckhardt oder Karl Marx hat Kittsteiner ebenfalls interessiert zur Kenntnis genommen, wobei er auch hier einige kritische Anmerkungen zu machen hat. So sieht er Hegels "Theodizee" der Geschichte in ihrer negativen Ambivalenz nicht recht gewürdigt und Marx allzu rasch mit seiner politischen Vereinnahmung in eins gesetzt. Insgesamt aber erkennt der Rezensent diese Essays als kenntnisreiche Texte mit der nötigen Portion Eigenständigkeit gegenüber dem Zeitgeist an und wirkt alles in allem ganz zufrieden.
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