Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Joachim Fest

Nach dem Scheitern der Utopien

Gesammelte Essays zu Politik und Geschichte

Cover: Nach dem Scheitern der Utopien

Rowohlt Verlag, Reinbek 2007
ISBN-10 3498021192
ISBN-13 9783498021191
Gebunden, 448 Seiten, 19,90 EUR

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Klappentext

Bestseller-Autor Joachim Fest hat neben seinen erfolgreichen historischen Sachbüchern auch ein beeindruckendes essayistisches Werk hinterlassen. Seit den sechziger Jahren war er mit seinen Aufsätzen und Artikeln eine der einflussreichsten Stimmen in der deutschen Öffentlichkeit. Ein Jahr nach Fests Tod präsentiert dieser Band seine wichtigsten Beiträge, die über die Jahre an verschiedenen Orten erschienen sind.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.12.2007

Rezensent Henning Ritter musste, wie er selbst bekennt, erst einmal einen gewissen Schwindel überwinden, als er diese Essays und Leitartikel Joachim Fests in die Hand nah, so frappierend aktuell erscheinen sie ihm, etwa wenn es um die "Manie der Reformen" geht, die Fest schon im Jahr 1975 schreckte. Doch auch die Essays zur Gegenwärtigkeit Hitlers oder zum Desinteresse der Historiker am Menschen haben für den Rezensenten offenbar nicht an Dringlichkeit verloren, wobei er den Text "Gedanke und Tat" für seinen bedeutendsten geistesgeschichtlichen Essay hält. Und natürlich zitiert er auch genussvoll Fest selbstbewussten Konservatismus, wonach die Gesellschaft zur "Rechtfertigungsideologie von Unterlegenen, die es bleiben wollen" geworden sei.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.10.2007

Kurt Kister begrüßt diesen Band, der Essays des Publizisten Joachim Fest zu Politik und Geschichte versammelt. Gleichwohl weist er darauf hin, dass ein Teil des Buchs aus Leitartikeln besteht. Diese scheinen ihm als tagesaktuelle Texte trotz ihrer Qualität naturgemäß nicht immer von größten Interesse. Spannender ist da seines Erachtens ein ebenfalls in diesem Jahr erschienener anderer Band mit Essays von Fest, "Bürgerlichkeit als Lebensform". Allerdings findet Kister auch in dem "Utopien"-Band bemerkenswerte Aufsätze. Er nennt in diesem Zusammenhang insbesondere Fests Auseinandersetzung mit der 68er-Revolte "Das Dilemma des studentischen Romantizismus" von 1968.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.10.2007

Die Essays von Joachim Fest, die in diesem Band aus dessen Zeit als FAZ-Herausgeber zwischen 1973 und 1993 versammelt sind, weisen abhängig von ihrer Funktion unterschiedliche Halbwertzeiten auf, meint der hier rezensierende Neuzeithistoriker H. D. Kittsteiner. Während er die "Leitartikel und Kommentare", die eine Abteilung des Bandes ausmachen, fast wortlos übergeht, weil sie Leser von heute ohne eigenen Kommentar kaum mehr verständlich seien, findet er die "Politischen Essays" und die "Historischen Porträts und Betrachtungen" weit fesselnder. Hervorhebenswert scheint dem Rezensenten Fests Text von 1991 zum Ende der Utopien, wobei er allerdings einwendet, dass eine Gesellschaft ohne Utopien wohl als utopisch zu betrachten sei. Fests Porträts von Hegel, Jacob Burckhardt oder Karl Marx hat Kittsteiner ebenfalls interessiert zur Kenntnis genommen, wobei er auch hier einige kritische Anmerkungen zu machen hat. So sieht er Hegels "Theodizee" der Geschichte in ihrer negativen Ambivalenz nicht recht gewürdigt und Marx allzu rasch mit seiner politischen Vereinnahmung in eins gesetzt. Insgesamt aber erkennt der Rezensent diese Essays als kenntnisreiche Texte mit der nötigen Portion Eigenständigkeit gegenüber dem Zeitgeist an und wirkt alles in allem ganz zufrieden.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren