Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Hinter vielen vertrauten Erzählungen und Sagen, die von der Gründung einer Nation oder gewaltigen Schlachten handeln, verbirgt sich, so die These Hyam Maccobys, die schreckliche und grauenerregende Wirklichkeit eines damals gebrachten Menschenopfers. Maccoby untersucht die religiösen Bräuche und Mythen, die Ursprünge der christlichen Kirche und das Phänomen des Antisemitismus als Ganzes bis in die heutige Zeit.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 24.02.2000
Nein, Wolfgang Sofsky überzeugt das Buch nicht. Mit Maccobys Figur des "Heiligen Henkers" kann er nichts anfangen. In vorchristlichen Zeiten soll der "Heilige Henker" nach Maccoby im Auftrag der Gemeinschaft den Göttern die "Menschenopfer" gebracht haben. Danach wurde er aus Scham in die Wüste verbannt. Verachtet, aber gleichzeitig gefürchtet, denn er steht unter dem Schutz des Gottes, dem er geopfert hat. Sofsky hält diese mystische Figur für eine Ausgeburt der "Phantasie des Interpreten", Beweise, dass der Henker tatsächlich in der Ideenwelt der Israeliten, Griechen oder Germanen existiert hat, gebe es nicht. Auch die "Trennlinie", die Maccoby zwischen Christentum und Judentum zieht, sieht Sofsky kritisch: Während die jüdische Religion mit ihrem Verzicht auf das Menschenopfer - Isaac opfert einen Widder statt seinen Sohn - einen "schier uneinholbaren moralischen Vorsprung" gewinnt, sieht Sofsky das Christentum zu den Barbaren in die Ecke gestellt. Nach Maccoby nämlich haben die Christen mit der Kreuzigung Jesu das blutige Ritual wieder aufgegriffen, anschließend aber, aus Scham, den Juden den Schwarzen Peter zugeschoben. "Der heilige Henker" habe fortan in der Gestalt des "Ewigen Juden" überlebt. Diese kontinuierliche Geschichte des Antijudaismus, von der Kreuzigung bis zum Nationalsozialismus, ist Sofsky einfach zu simpel gedacht. Dass es eine ewige "böse Idee" gebe, mit der sich die Geschichte erklären lasse, gehört ins Reich der Mythen, meint er.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Lukas Hartmann: Räuberleben
Geächtet, verteufelt, gejagt das ist das Schicksal des Räuberhauptmanns Hannikel und seiner Familie. Ein historischer ...
Theodor W. Adorno: Philosophie und Soziologie (1960)
Herausgegeben von Dirk Braunstein. Die Vorlesung über "Philosophie und Soziologie" aus dem Sommersemester ...
Archiv: Bücherschauen
Krisen des modernen Ichs
26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3
07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen
Goncalo M. Tavares: Die Versehrten
19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen
Laszlo Vegel: Sühne
12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen







