Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Helena McEwen

Das große Haus

Roman

Cover: Das große Haus

S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2001
ISBN-10 3100483049
ISBN-13 9783100483041
Gebunden, 222 Seiten, 18,41 EUR

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Klappentext

Aus dem Englischen übersetzt von Silvia Morawetz. Eine junge Frau sucht noch einmal die Stätten ihrer Kindheit auf. Sie wandert durch die verlassen daliegenden Räume des großen alten Herrenhauses, das nun zum Verkauf ansteht, und streift durch seinen verwilderten Park. Sie erinnert sich an Szenen ihres Lebens aus der Zeit, als sie sechs Jahre alt war und ihre Welt vor allem aus diesem Haus und seinem Garten bestand...

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.06.2001

Unspektakulär und doch eindringlich erzählt - so erscheint Renate Wiggershaus der Roman der schottischen Schriftstellerin Helena McEwen, die wie die Ich-Erzählerin im herrschaftlichen Stammsitz der Familie aufgewachsen ist. Das leergeräumte Haus, das neben dem üblichen Salon, Musikzimmer, und der Bibliothek auch eine Kapelle und eine Fahnen- und Waffenkammer verzeichnet, versetzte die Autorin, meint Wiggershaus, in die richtige Stimmung, durch die Räume des Hauses zu streifen und ihren Erinnerungen nachzujagen. "Wie Perlen einer Kette" reihen sich die Erinnerungen und Szenen aneinander, schreibt die Rezensentin, da würden ebenso Anekdoten und Dienstbotenklatsch verwoben wie Momente poetischer Stille und märchenhafter Phantasien eines Kindes eingefangen, dessen weiteres Leben vom moralischen Zerfall und finanziellen Ruin des Vaters sowie dem Tod zweier Geschwister überschattet wurde.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.06.2001

Die Kindheit wie im Märchen, warnt uns Margrit Irgang, fängt in diesem Buch gleich mit einem "blutigen Ende" an. Allerdings schwelgt die Rezensentin dann doch vor allem in der naiven Perspektive der sechsjährigen Erzählerin und schreitet die langen Flure des herrschaftlichen Familienbesitzes ("der Hauptdarsteller") ab, nimmt an Teestunden teil, hört die Küchenglocke zum Essen läuten, isst von Tellern mit goldblauem Rand usw., usw. Sollte das wirklich schon alles sein, diese "Welt der unaufdringlichen Sinnlichkeit", zu verdanken womöglich dem Umstand, dass die Autorin bildende Künstlerin ist, wie Irgang vermutet? Dann allerdings wäre nur schwer nachzuvollziehen, was das Buch zu so "etwas Besonderem" macht, für das es die Rezensentin hält.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.05.2001

Diesen Kindheitsbericht aus einem Herrenhaus "zwischen Kindermädchen und Ahnenporträts" in Schottland hat Felicitas von Lovenberg gelesen und sich reichlich berauscht an den Gerüchen und Gefühlen, die aus den Seiten zu ihr aufgestiegen sind. Helena McEwen schreibe mit "poetischer Melancholie und strengem Charme", meint die schwer beeindruckte Rezensentin und läßt uns ein bißchen von der Welt sehen, aus der die Protagonistin, das Kind Elisabeth, stammt: eine vergangene Welt, aus der "keine Zeile mehr in die Gegenwart führt". Eine Kindheit zwischen Idylle und Abgrund. Ein autobiografisches Buch, weiß Rezensentin von Lovenberg auch. Und am Schluss der Rezension eine echte Feuilletonfrage, die durch Klischee und kalte Lebensferne frappiert: "Wo zwischen gameboy und Pokémon liegt heute der Rückzugsraum einer Kindheit, aus dem ein solcher Roman zwischen Tragödie und Idylle wachsen kann?" Angesichts des Sachverhalts, dass zwei Geschwister der Heldin diese Kindheit nicht überlebten, hätte man diesen Kindern ein bißchen mehr gameboy und dafür weniger Tragödie gewünscht. Denn bloß im Feuilleton macht das Sterben Spaß.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren