Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Guntolf Herzberg, Kurt Seifert

Rudolf Bahro - Glaube an das Veränderbare

Eine Biografie

Cover: Rudolf Bahro - Glaube an das Veränderbare

Ch. Links Verlag, Berlin 2002
ISBN-10 3861532700
ISBN-13 9783861532705
Gebunden, 656 Seiten, 29,90 EUR

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Klappentext

Rudolf Bahro ist ein Philosoph, der aus der Enge der DDR heraus radikal systemkritisch sowie global und ökologisch gedacht hat. Bekannt wurde er 1977 durch sein Buch "Die Alternative", eine Abrechnung mit dem System der "organisierten Verantwortungslosigkeit" im "realexistierenden Sozialismus", für die er ins Gefängnis nach Bautzen kam. Nach seiner Übersiedlung in die Bundesrepublik entwickelte sich Bahro zu einem Vordenker der Öko- und Friedensbewegung sowie zum fundamentalen Kritiker einer Arbeits- und Lebensweise, die nach seiner Auffassung die Menschheit immer schneller an den Rand des Abgrunds führt. Die Biografie zeigt Rudolf Bahro nicht nur als politischen Akteur und als Wissenschaftler, sondern beleuchtet auch seine Lebensweise und seine vielfältigen, oft konfliktreichen persönlichen Beziehungen. Das Buch entstand in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 24.04.2003

Klaus Hartung zeigt sich von dieser Biografie äußerst angetan. Zwar gelinge es den Autoren nicht, das "Rätselhafte" der Persönlichkeit Bahros aufzulösen, aber damit werden sie ihm durchaus gerecht, so der Rezensent. Er hält die "Paradoxien" Bahros, wo sich "Hellsicht" und "Blindheit" mischten, für dessen Charakter bestimmend und sieht diese Widersprüche in der Biografie auch überzeugend dargelegt. Insbesondere den Abschnitt über Jugend und Freundeskreis in der DDR von Herzberg preist er als den "gewichtigsten Teil" der Lebensbeschreibung. Als besonderes Verdienst des Autors lobt er, dass dieser die "Zweideutigkeit" von Bahros Verhältnis zum DDR-Staat beschreibt anstatt sie "wegzudeuten". Insgesamt lobt Hartung das Buch als "material- und zitatenreiches" Werk, das nicht nur ein erhellendes Licht auf den "revolutionären Denker" Bahro, sondern gleichzeitig auf ein Stück "deutsch-deutsche Geschichte" wirft.

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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 04.03.2003

Manfred Kriener schwelgt in Anerkennung. Lob spendet er den Biografen Guntolf Herzberg und Kurt Seifert und offene Bewunderung äußert er für den Philosophen Rudolf Bahro. Das umfangreiche Werk über Bahro besteche vor allem in seinem ersten und älteren Abschnitt, die Autoren hätten "tief gegraben" und die "DDR-Zeit Bahros präzise aufbereitet". Teilweise liest sich die Biografie wie ein "Kriminalroman", so Kriener, bleibe es doch weiterhin ein Rätsel, wie Bahro es schaffen konnte, "unter den Augen der Stasi seine Abrechnung mit dem Realsozialismus zu schreiben." Trotz aller Sympathien der Autoren für Bahro findet Kriener ihre Darstellung nie verklärend, stattdessen offenbarten sie schonungslos auch die "dunkle Seite des Philosophen und Romantikers". Das 650-seitige Buch über Bahro liest sich überaus "spannend" und enthält viele "fast unbekannte" Details aus seinem Leben, wie beispielsweise den neunseitigen Protestbrief, den Bahro 1967 an Ulbricht schrieb und in dem er "völlig ungeschützt" das 'feige Zurückweichen selbst vor harmlosen Auseinandersetzungen' geißelte, zitiert ein begeisterter Rezensent.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren