Ausgewählt und aus dem Ungarischen übersetzt von Hans Skirecki.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.07.2000
Der ungarische Schriftsteller Géza Csáth ist für den Rezensenten, den Essayisten und Literaturwissenschaftler László F. Földényi, ein Geheimtipp. Er repräsentiere einen Gegenpol zum Mainstream der ungarischen Literatur zu Beginn des letzten Jahrhunderts und war lange Zeit aus dem offiziellen Kanon verdrängt. Den Novellen bescheinigt der Rezensent unterschiedliche Qualität, ihre Gemeinsamkeit sei, dass sie Tabus der damaligen Zeit brechen und sich mit psychologischen Abgründen beschäftigen. Anhand der Novellen lässt sich für Földényi der skandalträchtige Lebenslauf des morphiumsüchtigen Schriftstellers, der 32-jährig seine Frau umbrachte, gut nachvollziehen: "Von der Melancholie und vom Ästhetizismus führt der Weg zur Aggression, zur Mordlust und zum Wahnsinn".
Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen…