Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Gerson Stern

Weg ohne Ende

Ein jüdischer Roman

Cover: Weg ohne Ende

Carl Böschen Verlag, Siegen 1999
ISBN-10 3932212193
ISBN-13 9783932212192
Gebunden, 366 Seiten, 23,52 EUR

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Klappentext

Nachwort, Glossar und herausgegeben von Friedrich Voit. Mit dem 1934 erstmals erschienenen Roman "Weg ohne Ende" liefert Gerson Stern eine historisch genaue Schilderung jüdischen Lebens in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Lose mit dem Schicksal einer Familie verknüpft, schildert der Roman im ersten Buch die spannungsreiche Ansiedlung von Juden in einer bis dahin `judenfreien` protestantischen Kleinstadt im Norddeutschen, das alltägliche und noch von den Religionsgesetzen geprägte Leben in der Enge des Frankfurter Ghettos und ein scheinbar emanzipiertes Hoffaktor-Dasein in der Residenzstadt Dessau. Im zweiten Buch des Romans wird die vitale Vielgestaltigkeit der jüdischen Gemeinde in Prag entfaltet, die jäh endet, als die Juden im Zusammenhang mit Preußisch-Österreichischen Auseinandersetzungen verfolgt und schließlich Anfang 1745 auf Anweisung Maria Theresias aus Prag vertrieben werden..

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.08.2000

Zunächst erklärt der Rezensent mit dem Kürzel "lx." in einer Kurzkritik, wer Gerson Sterns überhaupt war - ein jüdischer Schriftsteller, dessen Roman "Weg ohne Ende" in der bereits ghettoisierten jüdischen Gemeinde Deutschlands 1934 ein großer Erfolg war, und der danach in der Vergessenheit versank. Friedrich Voit, ein in Auckland lehrender Germanist, hat ihn neu herausgebracht. Das Buch erzählt eine "Familienchronik in Norddeutschland und Prag" zwischen 1722 und 1745 und endet mit den Pogromen unter der Kaiserin Maria-Theresia. Der wiederentdeckte Roman sei ein Dokument der jüdischen Wahrnehmung der "Labilität der eigenen Identität in den dreißiger Jahren", schreibt "lx.".

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.05.2000

Als "Orientierungshilfe" für das deutsche Judentum vor seinem Ende beschreibt Jakob Hessing diesen 1934 zuerst erschienenen Roman, über den man aber kaum mehr erfährt als die Umrisse seiner Handlung. Viel erfährt man hingegen über die Bedingungen seiner Entstehung und über den Autor, der 1939 von Deutschland nach Palästina emigrierte. Man liest von den deutschen Emigranten in Jerusalem, zu denen auch die Dichterin Else Lasker-Schüler gehörte, an deren Grab, wie Hessing schreibt, Gerson Stern 1945 das Kaddischgebet sprach. Als wohl immer noch gültige Deutung des Romans zitiert der Rezensent zum Schluss aus dem Nachruf Shalom Ben-Chorins auf Stern von 1956. Und würdigt den Germanisten Friedrich Voit für die Edition und sein informatives Nachwort.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren