Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Funny van Dannen
Zurück im Paradies
Klappentext
In Funny van Dannens neuen Geschichten begegnen wir Adam und Eva, die einen Kurzbesuch bei Gott machen, der Freizeitforscherin Hilde Kampowski, die sich bei ihren Freundinnen unbeliebt gemacht hat, einem grünen Hühnchen, das als Rennhuhn Karriere macht, und einem Rotkehlchen, das sich freiwillig zur Tierarmee meldet. Beim Sonntagsfrühstück werden die großen Fragen der Weltpolitik diskutiert, bei der Familienfeier die besoffenen Onkel belauscht, und auf dem Olivenplaneten hält die Bundeskanzlerin in einem goldenen Bauwagen Bürgersprechstunde. Sollte man Putin nicht mal klar die Meinung sagen? Oder ist das nutzlos, weil der ja auch nicht kann, wie er will? Wieso ist eigentlich Josef Kardinal Ratzinger Papst geworden? Andere Deutsche haben sich auch Chancen ausgerechnet. Papst Funny I klingt doch gut und zeitgemäß!
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.11.2007
Freunden des Meisters empfiehlt Rainer Moritz den Prosa-Band vor allem zum "häppchenweisen" Genuss. Das hat mit Funny van Dannens Poetik zu tun, die Moritz als konsequente Verquirlung von Urproblemen mit banaler Alltagszenerie beschreibt. Der Effekt, im schönsten Fall skurriler Humor mit Tieren, so suggeriert Moritz' Rat, die 60 Texte doch vielleicht lieber nicht am Stück zu lesen, stellt sich allerdings nicht zwangsläufig ein. Moritz findet die Qualität der Texte durchaus "unterschiedlich". Schwelgerische Momente mit wunderbar schlichten "Männerdialogen" über Frauen und Flüsse inbegriffen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.06.2007
Friedmar Apel kommt nicht umhin, den geballten Irrsinn der sechzig kurzen Texte in dem Band des Liedermachers und Autors Funny van Dannen zu bewundern. Die Erzählweise des Autors sieht der Rezensent sowohl an kindlichem Denken als auch an Christian Morgensterns Gedichten geschult und besonders Funny Van Dannens Fabeln, in dem er den am Menschen beobachteten "Irrwitz" auf die Spitze treibt, preist er als Glanzpunkte dieses Bandes. Der Autor ergeht sich in absurden Szenarien über Gott, der mit Alexandra ein Duett einspielt oder Indianerhäuptlinge, die sich einen Balkon vors Tipi bauen lassen, so Apel durchaus amüsiert, wenn er auch mitunter die Texte dann doch zu albern findet.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 22.03.2007
Kleine Erzählungen, große Themen. Also alles beim Alten bei Funny van Dannen? Susanne Messmer schaut genauer hin und stellt fest: Die Rollmöpse sind weg. Dafür entdeckt sie, dass van Dannen seine "einfachen Allegorien" der onanierenden Wanderpandas stetig in Morgensternsche Rätsel überführt und auch die notorischen "Worthülsen und Konsensmeinungen" sich verändern. Messmer denkt sich den Grund dafür in der verschärften Situation des Prekariats, das van Dannen, "Fixstern im Paralleluniversum bohemistischer Lebensweisen" in ihren Augen ausgewogen realistisch wie blödelnd beschreibt. Eher blödelnd oder so echt, dass Lühe uns rät, "täglich eine" Geschichte zu lesen, um nicht den Boden unter den Füßen zu verlieren.
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