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Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Fritz Trümpi

Politisierte Orchester

Die Wiener Philharmoniker und das Berliner Philharmonische Orchester im Nationalsozialismus
Cover: Politisierte Orchester
Böhlau Verlag, Köln 2011
ISBN 9783205786573
Kartoniert, 376 Seiten, 39,00 EUR

Klappentext

Vor der Folie eines Vergleiches zwischen den Wiener und Berliner Philharmonikern im Dritten Reich liefert Fritz Trümpi eine detailreiche Studie über nationalsozialistische Musikpolitik. Die Politisierung der beiden Konkurrenzorchester, welche überdies den Städtewettbewerb zwischen Wien und Berlin repräsentierten, diente beiderseits der nationalsozialistischen Herrschaftssicherung, war in ihrer Ausführung aber von signifikanten Unterschieden geprägt. Ausgehend von einem vergleichenden Aufriss der Frühgeschichte der beiden Orchester untersucht der Autor Kontinuitäten und Brüche im Musikbetrieb nach der Machtübertragung an die Nationalsozialisten und dem "Anschluss" Österreichs an NS-Deutschland. Dazu greift Trümpi auf ebenso brisante wie vielfältige Archivmaterialien zurück, die hier zum Teil erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.08.2012

Gekonnt und schlüssig findet Daniel Ender, wie der Historiker und Journalist Fritz Trümpi in diesem aus einer Dissertation hervorgegangenen Buch die Verflechtungen zwischen Politik und Musik anhand eines detaillierten Vergleichs der Berliner und der Wiener Philharmoniker während der Nazizeit offenlegt. Trümpi zeigt Ender sowohl die Kontinuitäten als auch die im Zuge der Nazifizierung vorgenommenen strukturellen Änderungen auf, und erläutert, wie die Berliner unter Goebbels zum Propagandaorchester schrumpften und welchen Stellenwert die Selbstdarstellung und das Medienimage für die Orchester hatten. Dass der Autor einen sachlichen und dennoch sehr deutlichen Ton anstimmt und es ihm gelingt seine genau recherchierten Dokumente mit den historischen Daten kurzzuschließen und argumentativ zu verdichten, ohne den politischen Hintergrund aus den Augen zu verlieren, zeichnet das Buch für Ender aus.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.10.2011

Über den Künstler im Totalitarismus macht sich Julia Spinola schon lange keine Illusionen mehr. Was sie in dieser Vergleichsstudie von Fritz Trümpi über die Philharmonischen Orchester zu Wien und Berlin während des Nationalsozialismus erfährt, ist denn auch weniger entlarvend, denn geprägt von genauer Einsicht in die Umstände. Spinola erkennt, wie alternativlos die Umstände tatsächlich waren, wie unbedingt sich Goebbels der Berliner Philharmoniker bediente, sie mit Sonderzulagen überschüttete, um sie als Ausweis der Superiorität deutscher Musik auf Tournee zu schicken, während die Wiener traditionell eher an ihre Stadt gebunden blieben und "nur" gelegentlich auf Propagandatour gingen. Was Spinola liest, erscheint ihr hochinformativ, gründlich in der Archivarbeit und sachlich im Ton. Der Autor, meint sie, liefert nicht nur die Rekonstruktion der politischen Verwicklungen beider Orchester, sondern auch allgemeine Orchestergeschichte.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.08.2011

Auch wenn das Thema "klassische Musik im Dritten Reich" sicher kein unerforschtes Gebiet ist, stellt Rezensent Stephan Speicher nach der Lektüre von "Politisierte Orchester" fest, wie viel Neues er hier erfahren hat. So verdeutliche Fritz Trümpi in seiner Promotion wie die Wiener mit den Berliner Philharmonikern schon seit Ende des 19. Jahrhunderts in ihrer "Markenbildung" miteinander konkurrierten: Gemäß dem Motto "Ohne Schweiß kein Preuß" fand man die Berliner zu modern und technisch perfekt, während man sich in Wien traditionsbewusst gab und sich einen besonders harmonischen Klang zusprach. Auch als Goebbels die beiden Philharmonien seinem Ministerium unterordnete, behielten sie - nach Entlassung aller jüdischen Musiker und der Verbannung jüdischer Komponisten aus dem Spielplan - weitgehend ihr eigenes Profil und genossen zahlreiche Privilegien. Eine interessante Untersuchung, der man die gründliche Sichtung des Archivmaterials anmerke, so der Kritiker.
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Fritz Trümpi

Fritz Trümpi studierte Allgemeine Geschichte, Philosophie und Musikwissenschaft in Zürich, Wien und Berlin. Heute lebt und arbeitet er als Historiker und freier Journalist in Wien. mehr lesen

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