Bücherschau der Woche
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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Aus dem Französischen von Andrea Spingler. Sie reden schon lange nicht mehr miteinander, Mutter und Tochter, einzige Überlebende jenes Gifts namens Familie, eingeschlossen in dem viel zu großen Haus, das niemand verlässt, es sei denn mit den Füßen voran.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.07.2000
Sabine Brandt würde diesen Roman lieber "Romänchen" nennen. Auch hätte sie gerne etwas aus ihm gelernt. Doch blieben bloß Fragen offen. Zum Beispiel, warum "es so schwer fällt, mit wenigstens einer der Romanfiguren zu sympathisieren, und noch schwerer, sich bis zur letzten Seite" für sie zu interessieren. Denn: wie "sollen wir Kopf und Herz für Personen öffnen, die in einem mentalen Ghetto vegetieren?" Schließlich ist dann der Rezensentin sogar das Fragen vergangen und sie hat sich lieber neuen Geschichten zugewandt.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.07.2000
Als "meisterhaft" bezeichnet der Rezensent Martin Ebel das Erstlingswerk der Französin Frédérique Clémencon, das 1998 den Preis der Robert-Walser-Stiftung gewann und jetzt in der vom Rezensenten ebenfalls gelobten Übersetzung von Andrea Spingler vorliegt. Edith, die Protagonistin dieses düsteren Werkes, schafft es nicht, sich von ihrer Mutter, die sie verachtet und für unmündig hält, zu distanzieren und übt sich deshalb in Verweigerung. Der Roman ist ein Porträt einer sich in "gegenseitiger Verachtung" verbundenen Familie. Die "Gnade- und Aussichtslosigkeit" in Clémencons Roman hat den Rezensenten "tief verstört", aber noch mehr bewundert er die "Radikalität und Sicherheit der Darstellung", die ihn an Claude Simon erinnnert.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.05.2000
Monika Schattenhofer zeigt sich in ihrer Kritik recht angetan von diesem Roman der erst 33 Jahre alten Autorin. Beeindruckend findet die Rezensentin vor allem, wie Clémencon die Enge der besseren Kreise der Provinz und die Giftigkeit von Großmutter-Mutter-Tochter-Beziehungen schildert und mit welch leichter Hand sie die Gemeinheiten, von denen im Titel die Rede ist, in den Roman einfließen lässt: "Das richtig Gemeine an den Verhältnissen taucht wie nebenbei auf."
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