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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Frank Cottrell Boyce

Millionen

(Ab 10 Jahre)

Cover: Millionen

Carlsen Verlag, Hamburg 2004
ISBN-10 3551553394
ISBN-13 9783551553393
Gebunden, 256 Seiten, 14,00 EUR

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Klappentext

Aus dem Englischen von Salah Naoura. Zugegebenermaßen passiert es eher selten, dass Geld vom Himmel fällt. Doch eines Abends landen Millionen vor Damians Füßen. Um genau zu sein: 22 Millionen und 937.000 Pence. Damian glaubt, dass das Geld nur von Gott sein kann. Schließlich hat erdem gerade gesagt, dass Mum tot ist. Und von seinem großen Bruder Anthony weiß er, dass die Leute einem immer was geben, wenn du ihnen das erzählst. Außerdem, wer sonst hätte so einen Haufen Geld? Aber es ist nicht nur erquicklich so reich zu sein, denn die beiden Brüder haben nur noch 17 Tage Zeit, um das Geld auszugeben.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 13.01.2005

Frank Cottrell Boyce' "witzige, weise und spannende" Geschichte von zwei Jungen, die eine Geldtasche finden und die enthaltenen Millionen innerhalb von 17 Tagen ausgeben müssen, hat aus "etwa 229370 Gründen" den Luchs des Jahres 2004 bekommen, den Zeit und Radio Bremen für herausragende Kinderbücher vergeben. Entsprechend hymnisch fällt Konrad Heidkamps Besprechung aus, der man den Spaß bei der Lektüre dieses "höchst vergnüglichen literarischen Slapsticks" in jeder Zeile anmerkt. Heidkamp vermutet, man müsse wie Cottrell in Liverpool zu Hause sein, um über diesen "schrägen Witz eines John Lennon" zu verfügen. Den beiden Protagonisten fällt viel Geld in die Hände, und sie gehen völlig unterschiedlich an dieses "Problem" heran. Cottrell macht daraus eine "literarische Achterbahnfahrt" mit philosophischen Einsprengseln über Geld und Gott, "also einen echten Familienroman", urteilt der Rezensent überzeugt. Großes Lob erfährt schließlich auch Übersetzerin Salah Naoura, die den spezifischen Humor des Autors "großartig" ins Deutsche übertragen hat.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 24.11.2004

Dies ist ein "witziger, hintergründiger, kurzum absolut lesbarer Kinderroman", versichert Rezensent Olivier Löffler in einer begeisterten Besprechung dieser Geschichte über ein ungleiches Brüderpaar, dem unvermutet ein Sack Geld vor die Füße fällt. Damian, der jüngere, ist ein "von Visionen und Zwiegesprächen mit toten Heiligen geplagter Fünftklässler". Die Mutter ist gestorben und der Junge hat sich ganz in sich selbst zurückgezogen, erzählt Löffler. Das Geld zwingt ihn jedoch, sich wieder der realen Welt zuzuwenden. Wofür es ausgeben? Damian und sein ganz der materiellen Welt zugewandter Bruder Anthony versuchen, es in der Schule auszugeben, was schnell die "Züge eines Feldversuchs zum Thema Inflation annimmt", so Löffler. Dazu kommt noch, dass ein Unbekannter mit beträchtlicher krimineller Energie hinter dem Geld her ist. Am Ende hat Damian gelernt, dass das Leben nicht nur schwarz oder weiß ist. Und der Rezensent hat sich dabei bestens unterhalten.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.11.2004

Rezensent Siggi Seuss ist beeindruckt von dieser Geschichte, die einen wirklich ungewöhnlichen Rahmen hat: Sie lebt "im Spannungsfeld von schnödem Mammon und vollbrachten Wundern", erklärt er. Es geht um zwei Jungen, die siebzehn Tage vor der Einführung des Euro eine Tasche mit 229 370 englischen Pfund aus einem vorbeirauschenden Zug entgegenfliegt. Es ist Teil der Beute eines raffinierten Bankraubs, erzählt der Rezensent. Die Herausforderung an die Brüder besteht nun darin, das Geld in siebzehn Tagen nutzbringend zu verbrauchen. Entkoppelt vom Hintergrund der Geschichte - die Mutter der zwei ist kürzlich gestorben - hätte die Handlung das Zeug zu "einer furiosen britische Comedy". Doch durch diese zusätzliche Dimension wird nach Seuss? Meinung wesentlich mehr draus: Er hält die Geschichte für eine "subtile Tragikomödie der Irrungen". Der Roman gefällt ihm stilistisch ebenso wie inhaltlich: "Voller Farbe und Gesang, voller skurriler Bilder und herzerwärmendem Witz."

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.08.2004

"Ein Schmuckstück", jubelt Rezensent Wilfried von Bredow nach der Lektüre dieses "außergewöhnlichen" Jugendromans. Wegen der spritzigen Abenteuer und der federleichten Dialoge habe er das Buch in einem Zug durchgelesen bei heftigem "Heiterkeitskitzeln im Zwerchfell" und wunderbarer Zerstreuung! Dabei handele der Roman durchaus von sehr ernsthaften Problemen, lesen wir. Kinder finden eine Randvoll mit Geld gefüllte Reisetasche und nun stellt sich ihnen die Frage: Muss man das Geld zurückgeben? Verstecken geht nicht, denn bald wird die Währung umgestellt. Also ausgeben, und zwar so schnell wie möglich! Der Roman erzählt den Informationen von Bredows zufolge nun "die überaus turbulente und teilweise wie eine Slapstick-Comedy ablaufende Geschichte" dieser zwei Wochen, in denen sie auf alle möglichen Weisen versuchen, das Geld loszuwerden. Dabei würden sie - mehr als ihnen lieb sei - auf die Weisheit des Satzes "Geld macht nicht glücklich" stoßen, und sie merkten auch, dass der Folgesatz "... aber es beruhigt" ganz und gar nicht stimme. Die deutsche Übersetzung war für den Rezensenten ebenfalls eine "reine Sprachfreude".

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 08.07.2004

Konrad Heidkamp ruft den "Hl. Hieronymus im Gehäuse" als Schutzheiligen für seine Rezension an. Damit macht er es wie Damian, die Hauptfigur im Debütroman des Drehbuchautors Frank Cotrell Boyce. Der Fünftklässler Damian kennt zu jedem Ereignis den passenden Heiligen, sei es "Sankt Rochus mit der Pest oder Katharina, die man auf einem Holzrad zerquetschte, oder Sexburga von Ely.". Diese Neigung, die offenbar das Herz des Rezensenten im Sturm erobert hat, hat Damian nach dem Tod der Mutter entwickelt, um den verbliebenen Vater "eine Freude zu machen". Kein Wunder also, dass ausgerechnet diesem Jungen ein Geldkoffer vor die Füße fällt, gefüllt mit 22 Millionen Pfund und 937.000 Pence. Und so liegt für Heidkamp der Roman zwischen Schmerz und bewegender Komik, wobei die Tendenz jedoch klar zu letzterem gehe. Denn Heidkamp hat sich köstlich amüsiert: "Soviel trockener Humor war selten." Da verzeiht der Rezensent dem Buch, das man als "Abenteuerroman" wie als "philosophischen Slapstick" lesen könne, auch gern den "irreführenden, hässlichen Einband".

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