Bücherschau der Woche
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Klappentext
Gelesen von Erich Arendt und Christian Brückner. Auf der vorliegenden ersten CD liest Arendt neben den frühen, vor allem die späten Gedichte der Bände "Zeitsaum"(1978) und des letzten Bandes "entgrenzen"(1981). Ergänzt werden die Originalaufnahmen durch eine biografische Skizze von Erich Arendt aus dem Jahr 1973/74, die der Schauspieler Christian Brückner liest. Die zweite CD präsentiert zwei Gespräche, eines, das der Deutschlandsender 1956 mit Erich Arendt und seiner Frau Katja auf Hiddensee führte und ein zweites zwischen Erich Arendt und Gerhard Wolf aus dem Jahr 1976 in Wilhelmshorst. Das Gespräch ist Teil eines nie fertig gestellten Filmporträts der Staatlichen Filmdokumentation der DDR, das nur als Fragment existiert und hier zum ersten Mal veröffentlicht wird.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 09.10.2003
Evelyn Fischer verneigt sich voller Ehrfurcht vor diesem Dichter, bei dem sie "das Geheimnisvolle kennen lernte". Nachdem sie ihre erste Begegnung voller Unverständnis und Faszination mit den Werken von Erich Arendt im Germanistikseminar rekapituliert, kann eigentlich nur noch Lob folgen. Das liefert sie dann auch prompt mit nicht weniger als der Einsicht, dass der 1984 verstorbene Dichter nun endlich auch ein "wenig heiser" in einem Hörbuch zu vernehmen sei, "das die Existenz dieses seltsamen Mediums eindrucksvoll rechtfertigt".
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.07.2003
Nach einem Aufenthalt in Griechenland Anfang der sechziger Jahre hat Erich Arendt die hier zu hörenden Ägäis-Gedichte geschrieben, erzählt Tobias Lehmkuhl und schwärmt: "Hier ist ein Sänger am Werk". Arendt verstehe es, melodische Linien zu entwickeln, lobt der Rezensent. Er erinnert daran, dass der Dichter einer der wenigen war, der sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts noch zur Oden-Form bekannte. Außerdem hat Lehmkuhl in den aufgezeichneten Interviews Spannendes über Arendts "abenteuerliche Biografie" zu hören bekommen, nur an den "zuweilen gespreizten und priesterlichen" Reden von der Unabdingbarkeit der Kunst hat sich der Rezensent gestört. Er wundert sich: Die Gedichte sprächen doch für sich selbst.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.07.2003
Sehr zu Recht hat nach Ansicht vor Rezensent Jochen Hieber die Jury von Hessischem Rundfunk und Börsenblatt diese "vorzügliche" Doppel-CD zum Hörbuch des Monats gekürt. Den 1984 gestorbenen DDR-Dichter Erich Arendt bezeichnet der Rezensent als "ein wunderliches Geschöpf im farbenarmen Land" und empfiehlt, zuerst die zweite CD zu hören. Anhand von zwei Gesprächen könne man dort nachvollziehen und begreifen, welches "Wort- und Menschenwunder" dieser Dichter besonders für jüngere DDR-Autoren von einst gewesen sei. Das erste Gespräch habe Arendt 1956 mit einem Rundfunkjournalisten, das zweite mit Gerhard Wolf 1976 für ein nie fertig gestelltes Filmporträt geführt. Fasziniert hört der Rezensent den weitgereisten Dichter über Sprach- und Literaturschätze seiner Exil- und anderer Länder sprechen und ihm fällt dabei besonders das Fehlen von jedweder marxistischer Terminologie in der Rede des "überzeugten Kommunisten" auf. Auf der ersten CD hat Hieber mehr als dreißig von insgesamt "in die Aberhunderte" gehenden Arendt-Gedichten gehört. "Gut möglich, dass Arendts Gedichte seiner Stimme bedürfen, um zu überdauern", räumt er etwas verunsichert ein. Andererseits erkennt er in der bildungsbefrachteten Erhabenheit dieser spätexpressionistischen Texte das Grundmuster eines von Peter Hacks und Heiner Müller zur Perfektion beförderten Verfahrens der DDR-Literatur: im antiken Gewand ein aktuelles Dilemma zugleich zu verbergen und zu enthüllen.
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