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Edmund Dmitrow, Pawel Machcewicz, Tomasz Szarota
Der Beginn der Vernichtung
Zum Mord an den Juden in Jedwabne und Umgebung im Sommer 1941. Neue Forschungsergebnisse polnischer Historiker.
Klappentext
Das im Jahre 2000 erschienene Buch "Nachbarn" des Soziologen Jan T. Gross über das Pogrom von Jedwabne hat in Polen eine intensive Debatte über den Zweiten Weltkrieg sowie das Verhalten der christlichen polnischen Bevölkerung gegenüber der jüdischen Mitbevölkerung ausgelöst. Auf die Thesen von Gross hat das Warschauer Institut für Nationales Gedenken (IPN) mit einer intensiven Forschungstätigkeit reagiert, die Ergebnisse der Forschungen wurden Ende 2002 in Polen veröffentlicht. Der vorliegende Band präsentiert - erstmals in deutscher Sprache - einen Teil dieser neuen Forschungsergebnisse renommierter polnischer Historiker zu der ersten Phase der Judenvernichtung in Nordostpolen nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion im Sommer 1941. Pawel Machcewicz gibt einen Überblick über die aktuelle Debatte polnischer Historiker um das Jedwabne-Pogrom. Edmund Dmitrcw untersucht die Vernichtungspolitik deutscher Einsatzgruppen im Gebiet von Lomza und Bialystok im Sommer 1941. Tomasz Szarota hat für den Band ein umfangreiches wissenschaftliches Kalendarium zum Mord in Jedwabne und zur juristischen, politischen und wissenschaftlichen Aufarbeitung dieses Ereignisses erstellt.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.03.2005
Im Jahr 2000 hatte der polnische Politologe Jan Tomasz Gross nachgewisen, dass das Massaker von Jedwabne, bei dem am 10. Juli 1941 1600 Menschen ums Leben kamen, von der polnischen Bevölkerung des Ortes begangen worden war. In Polen löste das Buch heftige Debatten aus. War Polen etwa am Holocaust beteiligt? Der Bericht des polnischen Instituts für das Nationale Gedächtnis (IPN) schafft nun Klarheit, wie Thomas Urban schreibt. Polen waren an den Untaten beteiligt; angestiftet wurden sie jedoch von SS-Einsatzkommandos, so das Ergebnis der Untersuchungen. Als Belohnung stellte die SS den Kollaborateuren Straffreiheit in Aussicht - und das Hab und Gut der Opfer. Ein deutsch-polnisches Verbrechen also. Der Bericht zeige auch auf, dass die Zahl sowohl der Opfer als auch der Täter "wesentlich kleiner" war als angenommen.
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