Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Edmund Dmitrow, Pawel Machcewicz, Tomasz Szarota

Der Beginn der Vernichtung

Zum Mord an den Juden in Jedwabne und Umgebung im Sommer 1941. Neue Forschungsergebnisse polnischer Historiker.

Cover: Der Beginn der Vernichtung

fibre Verlag, Osnabrück 2004
ISBN-10 392975987X
ISBN-13 9783929759877
Kartoniert, 261 Seiten, 19,50 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Das im Jahre 2000 erschienene Buch "Nachbarn" des Soziologen Jan T. Gross über das Pogrom von Jedwabne hat in Polen eine intensive Debatte über den Zweiten Weltkrieg sowie das Verhalten der christlichen polnischen Bevölkerung gegenüber der jüdischen Mitbevölkerung ausgelöst. Auf die Thesen von Gross hat das Warschauer Institut für Nationales Gedenken (IPN) mit einer intensiven Forschungstätigkeit reagiert, die Ergebnisse der Forschungen wurden Ende 2002 in Polen veröffentlicht. Der vorliegende Band präsentiert - erstmals in deutscher Sprache - einen Teil dieser neuen Forschungsergebnisse renommierter polnischer Historiker zu der ersten Phase der Judenvernichtung in Nordostpolen nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion im Sommer 1941. Pawel Machcewicz gibt einen Überblick über die aktuelle Debatte polnischer Historiker um das Jedwabne-Pogrom. Edmund Dmitrcw untersucht die Vernichtungspolitik deutscher Einsatzgruppen im Gebiet von Lomza und Bialystok im Sommer 1941. Tomasz Szarota hat für den Band ein umfangreiches wissenschaftliches Kalendarium zum Mord in Jedwabne und zur juristischen, politischen und wissenschaftlichen Aufarbeitung dieses Ereignisses erstellt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.03.2005

Im Jahr 2000 hatte der polnische Politologe Jan Tomasz Gross nachgewisen, dass das Massaker von Jedwabne, bei dem am 10. Juli 1941 1600 Menschen ums Leben kamen, von der polnischen Bevölkerung des Ortes begangen worden war. In Polen löste das Buch heftige Debatten aus. War Polen etwa am Holocaust beteiligt? Der Bericht des polnischen Instituts für das Nationale Gedächtnis (IPN) schafft nun Klarheit, wie Thomas Urban schreibt. Polen waren an den Untaten beteiligt; angestiftet wurden sie jedoch von SS-Einsatzkommandos, so das Ergebnis der Untersuchungen. Als Belohnung stellte die SS den Kollaborateuren Straffreiheit in Aussicht - und das Hab und Gut der Opfer. Ein deutsch-polnisches Verbrechen also. Der Bericht zeige auch auf, dass die Zahl sowohl der Opfer als auch der Täter "wesentlich kleiner" war als angenommen.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren