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Klappentext
Schon lange zählen die Furtwänglers zu den schillerndsten Familien in Deutschland. Sie waren Bauern und Bildungsbürger, Archäologen und Philologen, Künstler und Bohemiens. Eberhard Straub, bekannter Biograf und Publizist, schildert Geschichte und Bedeutung dieser deutschen Familie und lässt dabei eine bürgerliche Welt wieder auferstehen, die es so nicht mehr gibt.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.01.2008
Thomas Medicus hat sich mächtig geärgert über dieses Buch von Eberhard Straub, das - so fängt es an - überhaupt keine Familiengeschichte sei, nicht einmal eine Biografie Wilhelm Furtwänglers. Worum es dem Autor gehe, sei einzig und allein, den politisch-moralischen Bankrott des deutschen Bürgertums zu beweisen. Der Dirigent Furtwängler diene hier nur als Paradefall des treudeutschen Bildungsbürgers, der jeden Wirklichkeitssinn verlor, als er in den "ästhetischen Ideenhimmel der deutschen Klassik" entschwebte. Das ist für den Rezensenten alles ein alter Hut, viel zu undifferenziert und zu apodiktisch. Straub unterscheide weder zwischen Bildungsbürger und Bourgeois noch zwischen dem Bürgertum als sozialer Schicht und der Bürgerlichkeit als Wertesystem. Und auf letzte will Medicus nichts kommen lassen, mit ihr verbindet er durchaus kulturelles Traditionsbewusstsein, aber auch Selbstentfaltung und soziale Verantwortung und nicht - wie Straub es will, "bürgerliche Kuntsreligion als Gegensatz zu einer reputierlichen Gesinnung. Und dass Straub in den Passagen zu Furtwängler diesen auch nur als übellaunig, geltungssüchtig und intrigant schildert, ist dem Rezensenten auch ein Dorn im Auge.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 20.12.2007
Ein wenig irreführend scheint Rezensent Hans-Jürgen Linke der Titel dieses Buchs von Eberhard Straub, denn um "die Furtwänglers" geht es dem Autor eigentlich eher weniger. Dennoch bewertet er das Werk recht positiv. Im Mittelpunkt sieht er den Dirigenten und Komponisten Wilhelm Furtwängler (1886-1954), lange Zeit Leiter der Berliner Philharmoniker. Allerdings fungiert Furtwängler in seinen Augen nicht als Gegenstand einer Biografie, sondern einer "exemplarischen politischen Abhandlung", geht es dem Autor doch primär um eine Geschichte des deutschen Bürgertums beziehunsgweise des Bildungsbürgertums und dessen Versagen unter der Nazidikdatur. Er attestiert Straub, mit Furtwängler kritisch ins Gericht zu gehen, ihm moralisches Versagen vorzuhalten. Dabei unterstreicht Linke, dass Straub stets sorgfältiges Quellenstudium betreibt und als Historiker solide arbeitet. Auch die Berliner Philharmoniker beurteile Straub strenger als etwa Misha Aster in seinem Buch "Das Reichsorchester". Lobend äußert sich Linke über die gute Lesbarkeit des Buches. "Aber eine Familienchronik", schließt er, "wäre wirklich ein anderes Genre."
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.10.2007
Der Titel des Buches ist fast ein Etikettenschwindel, glaubt man dem Rezensenten Gustav Falke. Denn im Grunde gehe es dem marxistisch orientierten Autor Eberhard Straub weniger um die Familie Furtwängler im Besonderen, sondern um das Versagen des Bürgertums angesichts des Faschismus im Allgemeinen. Insofern halte dies Buch "mehr, als es verspricht". Straubs These lautet, dass das ganze Projekt Bildungsbürgertum und die ganze "Idee von Bildung" in ihrer aller politischen Realität abgewandten Ideologie von vorneherein der "sittlichen Verwahrlosung" Vorschub geleistet habe. Das will Gustav Falke so ganz sicher nicht stehenlassen. Gewiss, es gebe eskapistische Züge zum Beispiel der klassischen "Griechensehnsucht", auf der anderen Seite aber sei das Humanistische - mit seinen sittlichen Normen - aus dem Klassischen auch nicht zu subtrahieren. Insgesamt also ein Buch, mit dem der Rezensent auf engagierte Weise nicht einverstanden ist, was womöglich aber auch seiner Ansicht nach nicht nur gegen es spricht.
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