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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Die Geschichte der Unyong

Aufzeichnung des Traumes vom Susong-Palast

Cover: Die Geschichte der Unyong

Edition Peperkorn, Thunum 2010
ISBN-10 3929181843
ISBN-13 9783929181845
Kartoniert, 112 Seiten, 23,00 EUR

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Klappentext

Aus dem Koreanischen von Reta Rentner. "Die Geschichte der Unyong" ist eine populäre klassische koreanische Liebeserzählung, dessen Entstehungsjahr und Verfasser nicht bekannt sind. Durch zahlreiche Anspielungen auf historische Vorkommnisse und Personen sowie literarhistorische Fakten kann man aber davon ausgehen, dass das Werk um die Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert entstanden ist. Das Unyong chon ist eine literarische Chronik über ein Frauenschicksal im alten Korea und hat die tragische Geschichte der Liebe zwischen unbemittelten jungen Leuten zum Inhalt: Er, ein talentierter Jüngling und aussichtsreicher Anwärter für das Examen zur Aufnahme in den Staatsdienst, sie ein Hoffräulein einfacher Herkunft und hochbegabte Dichterin am Palast des Prinzen Anp?yong. In diesem Werk wird von den Leiden Verliebter erzählt, denen es nicht vergönnt ist, ihre Schicksale miteinander zu vereinen. Während alte koreanische Erzählungen gewöhnlich glücklich ausgehen, sterben hier jedoch die Helden am Ende durch Suizid.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 28.08.2010

Ganz hingerissen ist Ludger Lütkehaus von der "Geschichte der Unyong" des koreanischen Gelehrten Ryu Yong. Die um 1600 entstandene Liebesgeschichte zählt für ihn zu den "faszinierendsten Erzählungen" der koreanischen Literatur. Die erstaunliche ästhetische Reflexivität sowie die erzählerische Raffinesse und Komplexität des von Reta Rentner erstmals ins Deutsche übersetzten Werks haben ihn überaus beeindruckt. Zugleich zeigt er sich berührt von der tragischen, tieftraurigen, im Liebestod endenden Liebesgeschichte zischen einem mittellosen Gelehrten und einem Hoffräulein. Dass diese Geschichte nie sentimental wirkt, liegt für Lütkehaus zum einen an der Virtuosität, mit der der Autor Prosa und Lyrik miteinander verschränkt, zum anderen an seinem historischen und sozialen Realismus und schließlich auch am "buddhistisch inspirierten" Blick des Erzählers. Das Fazit des Rezensenten: eine Geschichte, in der sich "Schönheit und Trauer" kunstvoll umarmen.

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